Leer - Wenn Süher, Jens, Brocki, Wolfgang und Insa gemeinsame Sache machen, dann kann das nur eines bedeuten: Es ist wieder Zeit für einen der beliebtesten Fernsehkrimis Deutschlands: Friesland. Seit 2013 ist Leer Schauplatz für schöne Landschaftsbilder, gemütliche Charaktere und spannende Kriminalfälle. Kein Wunder, dass hier auch die erfahrene Schauspielerin Sophie Dal, die die Polizistin Süher Özlügül spielt, etwas sentimental wird. „Seit zehn Jahren komme ich nun in diese wunderschöne Stadt. Ich bin sehr froh über diese Zeit“, erzählte Dal bei der Pressekonferenz vor der Kino-Premiere am Sonntagabend. Mit ihr waren Theresa Underberg, die die Rolle der Apothekerin Insa Scherzinger spielt, und Felix Vörtler, alias Kriminalhauptkommissar Jan Brockhorst, seit Folge 1 mit im Ensemble, dabei. Der erste Friesland-Krimi „Mörderische Gezeiten“ lief am 3. Mai 2014. Seitdem konnte die Filmreihe deutlich an Beliebt- und Bekanntheit zulegen.
Karten schnell vergriffen
Bei der Filmpremiere am 15. Januar wurden dieses Mal gleich zwei Kinosäle bespielt. Der erste für geladenen Gästen der Stadt Leer. Der zweite Saal ging in den öffentlichen Verkauf. „Die Karten waren innerhalb weniger Tage weg. Das Interesse ist groß. Insgesamt konnten wir zur Premiere zirka 450 Gäste im Kino-Center Leer begrüßen“, so Kinobetreiber Rocco La Rocca. Moderiert wurde die Premiere von Susanna Hartmanns von Radio Ostfriesland.
„Artenvielfalt“, so heißt der 17. ZDF-Friesland-Krimi. Nur so viel sei verraten: es gibt zu Beginn auch diesmal wieder eine Leiche. Was das Ganze mit Mähmaschinen, einem Rapsfeld und einem Café zu tun hat? Das kann man am 21. Januar 2023 um 20.15 im ZDF sehen, wahlweise kann der Krimi in der Mediathek geschaut werden. Premiere feiert in dieser Folge Veronique Coubard, die die neue IT-Spezialistin Kim Erveling spielt. Coubard sagte, sie sei „gekommen, um zu bleiben“ – und sie freue sich auf viele spannende Folgen mit ihrer Rolle.
Ostfriesland ist nicht nur Drehort für die Filme. Ostfriesland ist ein Lebensgefühl. So werden in den Friesland-Krimis bewusst viele bekannte und auch weniger bekannte ostfriesische Anekdoten und Spezialitäten untergebracht. Das Autoren-Team des ZDF gräbt hier ganz tief in der nordischen Trickkiste. Die naturnahen Ostfriesland-Themen, wie etwa der Umwelt- und Artenschutz, spielen dabei nicht nur in Leer. In „Artenvielfalt“ waren auch Ditzum, Weener oder auch Bunde Schauplatz. Das Urlaubsgefühl, das bei Auswärtigen erzeugt wird und der „Die Brücke-kenne-ich-doch-Faktor“ der Einheimischen sind die Zutaten für den Erfolg der Serie. Das bestätigt auch der Leeraner Bürgermeister Claus-Peter Horst. „An den Ausstrahlungsterminen haben wir zirka 10 000 Aufrufe auf unserer Touristikseite. Auch wenn hier einige vergeblich einen Strand suchen, so sind die Krimis eine unglaubliche Bereicherung für die Stadt Leer und die gesamte Region.“
Drei Folgen pro Jahr sind immer geplant, somit gibt es dieses Jahr auch drei Folgen im Fernsehen. Neben „Artenvielfalt“ sind das „Landfluchten“ und „Feuerteufel“. „Für die neuen Folgen für 2024 werden wir wahrscheinlich Ende April wieder nach Leer kommen und dann auch gleich zwei neue Folgen am Stück drehen“, berichtete Produzentin Melissa Graj.
Coubard ist gebürtige Hamburgerin, lebt heute aber in Oldenburg und arbeitet dort am Staatstheater. Damit macht sie den Cast wieder komplett, von dem die Serie lebt. Das findet auch Warner-Produzent Bernd von Fehrn. „Der Grund warum wir so beliebt und beständig sind ist, dass wir unsere Darstellenden als tragendes Element mit persönlich motivierten Geschichten betrachten.“ Und auch hier darf die gewisse Portion Humor nicht fehlen. „Wir platzieren uns bewusst als Krimi-Komödie und punkten damit auch beim jüngeren Publikum“, freut sich der ZDF-Redakteur Florian Weber.
23 Drehtage pro Folge
Neben Sophie Dal kamen auch Felix Vörtler (Jan Brockhorst), Holger Stockhaus (Wolfgang Habedank), Tina Pfurr (Melanie Harms) und Veronique Coubard (Kim Erveling) vom Ensemble zur Pressekonferenz ins Schöne Aussichten Leer. Auch die Produzentin Melissa Graj, Produzent Bernd von Fehrn, Kameramann Mattias Prause und ZDF-Redakteur Florian Weber standen der Presse Rede und Antwort. Mit 23 Drehtagen läge man genau im Rahmen von dem, was heute für 90 Minuten Fernsehfilm als effizient gilt. „Der Tatort muss mit 21 Tagen auskommen. Im Durchschnitt rechnet man mit zwei Sendeminuten pro Drehtag“, so Florian Weber. Der aktuelle Streifen „Artenvielfalt“ wurde im Mai 2022 gedreht. „Zirka sieben bis neun Tage der Drehzeit verbringen wir in Leer. Der Rest wird in Köln gemacht“, so Produzentin Melissa Graj. „Die Zeit in Leer ist aber immer etwas ganz Besonderes. Wir sind dicht beisammen, die Menschen sind durchweg freundlich. Alles hat so einen Klassenfahrtcharakter“, erzählt Felix Vörtler.
Nach der Premiere standen Ensemble und Produzierenden-Team für Fragen offen. Radio Ostfriesland Moderatorin Susanna Hartmanns (Mitte) führte durch den Abend.
Andreas Unterberg
Das Ensemble war bestens gelaunt.
Andreas Unterberg
Volles Haus: Zwei Säle mit insgesamt 450 Gästen kamen zur Premiere von „Artenvielfalt“.
Andreas Unterberg
Impression von der Pressekonferenz.
Andreas Unterberg
