Landkreis Leer - Viele Kinder sind keine guten Schwimmer. Das liegt zu einem großen Teil an der Corona-Pandemie, denn sie verhinderte lange Zeit, dass Kurse überhaupt stattfinden konnten – dabei kann Schwimmen Leben retten. Die Gemeinden im Landkreis Leer wollen den Mangel ausbessern und fördern jetzt auf unterschiedliche Art den Schwimmunterricht bei Kindern und Jugendlichen. Beispielsweise können für private Kurse Zuschüsse beantragt werden oder den örtlichen Schulen wird beim Schwimmunterricht finanziell unter die Arme gegriffen. Wir haben die Angebote einmal zusammengefasst.
Die Gemeinde Uplengen hat 5000 Euro zur Verfügung gestellt, um damit Schwimmkurse zu bezuschussen. Eltern und Erziehungsberechtigte von Kindern bis 14 Jahre können bis zu 50 Euro für als Zuschuss beantragen. Dazu müssen sie ein Antragsformular ausfüllen und mit dem Nachweis einer Teilnahme an einem Schwimmkurs bei der Präventionsfachkraft der Gemeinde, Wiebke Buddenberg, einreichen. „Der Förderzeitraum gilt so lange, bis die 5000 Euro verbraucht sind“, sagte Bürgermeister Heinz Trauernicht auf Nachfrage unserer Zeitung. Eine Auszahlung erfolgt bereits nach einer kurzen Bearbeitungszeit.
Ähnliches vermeldet Moormerland: Die Gemeinde bezuschusst Kinder bis 14 Jahre mit 50 Prozent – maximal 50 Euro – der Teilnahmegebühr pro Kind an einem Schwimmkurs. „Pro Jahr wird eine einmalige Förderung pro Kind gewährt“, so Jugendhausleiter Christoph Sczirmarowski auf Nachfrage. Bezuschusst werden Seepferdchen-, Bronze- und Silberabzeichen. Der Antrag muss unterschrieben und zusammen mit einer Teilnahmebestätigung am Unterricht bei der Gemeinde eingereicht werden.
Private Zuschüsse gibt es bei der Stadt Leer nicht. Aber: „Die Stadt bezuschusst die Leeraner Schwimmvereine, indem wir 50 Prozent der Bahnkosten im Hallenbad Plytje übernehmen. Die Vereine bieten, neben dem Plytje selbst, auch Schwimmkurse an. Außerdem nutzen alle Leeraner Grundschulen das Plytje für den Schwimmunterricht und versuchen so für die Schwimmfähigkeit der Grundschüler zu sorgen“, sagte Stadt-Pressesprecherin Sabine Dannen.
Die Samtgemeinde Jümme bietet seit Jahren einen sogenannten „Schwimmbus“ an, der von der Samtgemeinde organisiert und finanziell unterstützt wird. Über den Bus werden Kinder im Grundschulalter an zehn Terminen im Winter zum Hallenbad Barßel befördert, um dort gemeinsam zu schwimmen. Eine Bezuschussung von Schwimmkursen gibt es derzeit allerdings nicht – Es gibt aber aktuelle Überlegungen, ob diese im Rahmen des Schulunterrichts ermöglicht werden können, so Ralf Möhlmann, Stellvertreter des Bürgermeisters.
In den Sommerferien werden Schwimmkurse durch die DLRG-Ortsgruppe Rhauderfehn-Ostrhauderfehn und dem TSV Ostrhauderfehn in Kooperation mit der Gemeinde Ostrhauderfehn im Lehrschwimmbecken der Grundschule Holtermoor angeboten. „Die Nutzung des Lehrschwimmbeckens ist für die DLRG und dem TSV Ostrhauderfehn kostenfrei. Außerdem wurden seitens der Vereine Fördermittel aus dem Landesprogramm ,Startklar in die Zukunft’ beantragt, um so die Kosten für die teilnehmenden Kinder gering zu halten. Die Kursgebühr beträgt somit noch 50 Euro pro Kind“, informierte Bürgermeister Günter Harders.
Die Gemeinde Jemgum hat in den Haushalt 2022 Mittel für die Grundschulen in Jemgum und Ditzum in Höhe von insgesamt 2.800 Euro für die Nutzung der Bäder und 3.000 Euro für die Fahrtkosten zu den Schwimmbädern eingestellt. „Eine zusätzliche Förderung von Schwimmkursen ist bislang nicht beantragt worden“, hieß es seitens Rainer Smidt, Vertreter des Bürgermeisters.
Wie Weeners Bürgermeister Heiko Abbas auf Nachfrage mitteilte, finden in Weener im Rahmen des Ferienpasses Schwimmangebote statt. Diese werden von den Rheiderland-Kommunen unterstützt.
In Rhauderfehn gibt es derweil zwei Angebote, wie Gemeindemitarbeiter Michael Taaks auf Anfrage bestätigte. Zum einen übernimmt die Gemeinde die Kosten für Eintritt und Busfahrt, wenn die Schulen Schwimmunterricht anbieten. Außerdem stellt die Gemeinde Vereinen das Lehrschwimmbecken in Collinghorst für Schwimmunterricht zur Verfügung.
Die Stadt Borkum übernimmt sämtliche Kosten für den Schwimmunterricht von Grundschülern.
In Bunde öffnet das Hallenbad erst am 1. September wieder, deshalb finden in Bunde im Sommer keine Schwimmkurse statt. Ansonsten, so Bürgermeister Uwe Sap, können sich Kinder, die Schwimmen lernen möchten, gern an die Ortsgruppe der DLRG wenden.
Anfragen, in welchem Umfang die Gemeinden Hesel und Westoverledingen den örtlichen Schwimmunterricht unterstützen, blieben bis zum Redaktionsschluss leider unbeantwortet.
