LEER - Wenn am 13. Januar 2018 (20.15 Uhr) das Ermittler-Duo der ZDF-Krimireihe 'Friesland - Der blaue Jan' in Leer nach einem Mörder fahndet, wird Maxim Mehmet erstmals als Henk Cassens an der Seite Sophie Dals zu sehen sein. Seit der ersten Folge 2014 sehen Reihe konstant mehr als sechs Millionen Zuschauer. Der Sender erhöht deshalb die Frequenz und will künftig zwei Folgen pro Jahr produzieren. Wir haben mit dem neuen Hauptdarsteller über Quote und Klischees gesprochen.

Wie stellt es sich als Schauspieler dar, zu einem eingespielten Team zu stoßen?

Mehmet: Inhaltlich war es eine kleine Herausforderung, weil die Bücher für den sechsten Teil schon angeschoben wurden, als der Kollege Lukas (spielte Jens Jensen, Red.) noch dabei war. So war es also an uns und vorab auch an mir, zu schauen: Wo kann man Henk Cassens abgrenzen, wo reagiert er anders, als sein Vorgänger. Rein organisatorisch gab es überhaupt kein Problem.

Die eine Seite ist das Team, die andere das Publikum. Wie groß ist für Sie als Hauptdarsteller die Last an den Erfolg anzuknüpfen?

Mehmet: Da denke ich nicht dran, wenn ich spiele. Sonst wäre ich total verklemmt. (lacht) Der Spaß am Spielen ist der beste Garant dafür, dass es auch Spaß macht, den Film zu sehen. Natürlich hoffe ich sehr, dass die Folge an den bisherigen Quotenerfolg anschließt. Es ist aber nicht mein primärer Job, danach zu gucken.

Warum, glauben Sie, funktionieren die Friesland-Filme so gut?

Mehmet: Krimis mit komödiantischem Anteil funktionieren wohl gut in Deutschland. Außerdem, denke ich, dass es an den ungewöhnlichen Figuren liegt - von Wolfgang Habedank (Bestatter, Red.), über Insa Scherzinger - die Apothekerin, die immer mit ermitteln will, obwohl sie das eigentlich nicht darf -, bis hin zu Jan Brockhorst, dem Vorgesetzten aus Wilhelmshaven, der sehr eigene Ermittlungsmethoden hat und einfach urkomisch ist. Anscheinend und glücklicherweise spricht diese Konstellation viele Menschen an. Innerhalb dieser fünf Hauptfiguren übernehmen Sophie Dal (spielt Süher Özlügül, Red.) und ich eher den seriöseren Part.

Friesland spielt mit norddeutschen Klischees. Was ist für Sie typisch norddeutsch?

Mehmet: Ich fürchte, darauf kann ich auch nur in Klischees antworten. Ich denke trotzdem, dass dieses Klischee der Einsilbigkeit durchaus stimmt, aber die Menschen sind dabei sehr herzlich sind - vielleicht auch gerade deswegen. Mir liegt das irgendwie. Ich finde es ganz sympathisch, wenn man nicht so viel reden muss.

Wie reagieren die Menschen in Leer, wenn sie Sie während der Drehtage im Norden auf der Straße treffen?

Mehmet: Meine Erfahrung ist, dass die Menschen durchweg freundlich und glücklich darüber sind, dass dieser Krimi in ihrer Stadt spielt. Was ich selber ganz gut verstehen kann, weil ich als Kasseläner weiß, wie toll es die Einwohner fänden, wenn irgendeine Art von Krimi-Reihe in Kassel stattfände. Die würden das Team mit Kusshand empfangen. Ähnlich empfinde ich es auch in Leer.

Ihren Durchbruch haben Sie mit der Hauptrolle in 'Fleisch ist mein Gemüse' geschafft. Inwiefern werden Sie immer noch auf diese Rolle festgelegt?

Mehmet: Das war eher 'Männerherzen'. Im Norden gibt es da vielleicht eine andere Wahrnehmung, weil der Film dort erfolgreicher war. Die Rolle, wegen der ich am meisten auf der Straße erkannt werde, ist mit Sicherheit noch der Philipp aus 'Männerherzen'. Es war tatsächlich so, dass danach hauptsächlich Anfragen für den sympathischen Chaoten oder den jungen Vater kamen. Wenn es ein gutes Drehbuch ist, ist das schön. Es gibt da allerdings auch das Gegenteil. Da denkt man sich schon: Mensch, ich kann doch auch 'was Anderes! Insofern ist Henk Cassens vielleicht die Chance, noch eine andere Farbe mit ins Portfolio zu bringen.