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Neuer Ansatz in Ostfriesland Erster Stadtpastor Deutschlands startet in Leer durch

Holger Hartwig
Bürgermeister Claus-Peter Horst (rechts) begrüßte den Stadtpastor Ralph Knöfler vor dem Rathaus und übereichte ihm ein kleines Stadtwappen. Horst machte deutlich, dass das Konzept des Stadtpastors ein guter Baustein des Miteinanders in der Stadt in den kommenden Jahren sein werde.

Bürgermeister Claus-Peter Horst (rechts) begrüßte den Stadtpastor Ralph Knöfler vor dem Rathaus und übereichte ihm ein kleines Stadtwappen. Horst machte deutlich, dass das Konzept des Stadtpastors ein guter Baustein des Miteinanders in der Stadt in den kommenden Jahren sein werde.

Holger Hartwig

Leer - Die Aufgabe, die er übernommen hat, ist einzigartig: Ralph Knöfler ist der erste Stadtpastor Deutschlands. Die offizielle Einführung des Theologen in seine Funktion in der Stadt Leer war unlängst ebenso einzigartig. Unter dem Motto „Suchet der Stadt Bestes... gemeinsam finden!“ startete der Gottesdienst mit drei Stationen inmitten der Stadt. Kleine Ansprachen von Bürgern machten deutlich, dass dieser Pastor in den nächsten Jahren mit völlig neuen Ansätzen in der Ledastadt unterwegs sein wird.

Er wartet nicht

Mit dem ungewöhnlichen Gottesdienst unterstrich Knöfler, der aus Potsdam in die Ledastadt gewechselt ist, was der tragenden Gedanke des Stadtpastor-Konzeptes ist: Er wartet nicht darauf, dass die Menschen in die Gotteshäuser kommen – er geht gezielt dahin, wo die Menschen sind. Auf den Denkmalsplatz, auf den Wochenmarkt, zum Bahnhof, ins Einkaufzentrum, in die Schulen und in die Vereine – eben überall dort, wo das Leben spielt. So hat Knöfler seit Jahresbeginn bereits aktiv an Netzwerken gearbeitet und setzt erste Aktionen – beispielsweise mit der Berufsbildenden Schule (BBS) – bereits um.

Nach dem Auftakt an der Dr.-vom-Bruch-Brücke auf der Nesse wartete vor dem Rathaus bereits Bürgermeister Claus-Peter Horst auf die Festgemeinde. Horst – seit seinem Amtsantritt erstmals mit der Bürgermeisterkette „im Einsatz“ – machte deutlich, dass er auf die Leeraner Kirchengemeinden stolz ist, dass sie „dieses einmalige Konzept entwickeln und umsetzen“. Rat und Verwaltung stünde hinter dem Ansatz. Er sei ein weiteres Beispiel dafür, wie Menschen der Stadt Ideen entwickeln und das Miteinander voranbringen.

An der dritten Station am Patersgang war es dann Annette Holtermann, Arbeitskreis Christliche Kirchen Leer, die unterstrich, dass das überkonfessionelle Zusammenspiel in der Stadt mit dem Stadtpastor einen weiteren Akzent bekomme. Später in der Lutherkirche kamen noch Heike Luttermann (BBS Leer) und Tom Bohmfalk (Tied för di) zu Wort, die ebenfalls deutlich machten, welche Chancen und zugleich hohe Erwartungen mit der Arbeit des Stadtpastors verbunden sind.

Überraschung parat

Die Einführung Knöflers, die musikalisch durch Uwe Heger, Jan-Wilhelm Overweg, den Posaunenchor und Organist Johannes Geßner äußerst abwechslungsreich begleitet wurde, endete mit der offiziellem Einsegnung in der Lutherkirche. Auch in diesem Teil hatte der Stadtpastor eine Überraschung parat. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit verzichtete er auf seine Predigt.

Knöfler: „Damit Sie wissen, dass ich mich vorbereitet habe, habe ich die Predigt ausgedruckt und sie liegt am Ausgang der Kirche zum Mitnehmen. Und wer sie digital haben möchte, schicke mir eine Mail.“ Auch damit machte Knöfler deutlich, dass dieser Stadtpastor auf neuen Wegen mit neuen Akzenten unterwegs ist.

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