Leer - Die Nachricht von toten Heckrindern und Koniks auf den Flächen des Naturschutzbundes (Nabu) in Coldam und Thedingaer Vorwerk hat in diesem Jahr hohe Wellen geschlagen. Inzwischen konnten die Heckrinder-Herden aufgelöst werden und aktuell befinden sich noch 25 Koniks in Thedingaer Vorwerk. Das sagte Nabu-Pressesprecherin Gina Briehl in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Nun stellt sich die Frage, wie es künftig mit den Flächen weitergehen soll. Wir haben beim Naturschutzbund und bei der Stadt Leer nachgefragt.
Zukunft noch ungewiss
Wie Briehl erklärte, sind die Flächen Eigentum der Stadt Leer. Wie es mit ihnen weitergeht, sei derzeit noch ungewiss. „Dazu werden derzeit Gespräche mit der Stadt Leer geführt“, erklärte die Pressesprecherin. Dies bestätigte auch Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des Nabu Niedersachsen, gegenüber unserer Redaktion. „Es finden Gespräche statt, die sich aber noch in alle Richtungen entwickeln können“, so Buschmann. Grundsätzliche bestehe aber seitens des Nabu weiterhin Interesse an den Flächen in Coldam und Thedingaer Vorwerk.
Auch Edgar Behrendt, Pressesprecher der Stadt Leer, sagte auf Nachfrage, dass zwischen Stadt und Nabu ein Vertragsverhältnis für die Flächen in Coldam und Thedingaer Vorwerk besteht. „Eine Kündigung seitens der Stadt steht zu diesem Zeitpunkt nicht im Raum“, so Behrendt weiter. Aus fachlicher Sicht sei auf den Flächen eine erneute Beweidung grundsätzlich möglich.
Ende der Weideprojekte
Zur Erinnerung: An den Nabu-Weideprojekten wurde scharfe Kritik geäußert, nachdem im Frühjahr zwei Heckrinder-Kälber aufgrund von Verletzungen eingeschläfert werden mussten und das Veterinäramt nach Untersuchungen von einer „absolut unzureichenden Versorgung“ der Tiere sprach. Später wurde dann zudem bekannt, dass auch zwei Konik-Fohlen verendet waren, nachdem sie in einem Graben steckengeblieben sind und sich nicht befreien konnten. Bei zwei anderen Koniks wurde Lahmheit festgestellt und darüber hinaus wurden noch weitere Dinge seitens des Landkreises Leer bemängelt. Das Veterinäramt hatte dann den Nabu aufgefordert, die Weideprojekte zu beenden.
