Hesel - Was wird aus dem Seniorenhaus in Hesel, die Mitarbeiter und die rund 70 Bewohner? Eine Antwort auf diese Frage gibt es noch immer nicht. „In dieser Woche laufen alle Verhandlungen auf Hochtouren. Ende der Woche oder Anfang nächster Woche haben wir mehr Klarheit“, teilte Convivo-Pressesprecher Daniel Koch auf Nachfrage unserer Redaktion mit. So heißt es abwarten und bei so manchem wohl auch bangen. Denn die Zukunft ist damit weiter ungewiss.
Convivo meldete am 23. Januar Insolvenz an
Wie berichtet, musste die Convivo-Unternehmensgruppe, zu der das Seniorenhaus in Hesel gehört, am 23. Januar für ihre wesentlichen Gesellschaften Insolvenz anmelden. Rasch stellte sich heraus, dass das Unternehmen zerschlagen, einzelne Einrichtungen an einzelne Interessenten verkauft werden wird. Mittlerweile haben einige der Häuser bereits neue Eigentümer, doch für Hesel ist noch keine Entscheidung gefallen.
Zwei Insolvenzverwalter wurden eingesetzt
Zuständig für die Verhandlungen sind die Insolvenzverwalter Malte Köster (Kanzlei Willmer Köster) und Christoph Morgen (Kanzlei Brinkmann und Partner). Sie zeigten sich immer wieder zuversichtlich, für nahezu alle Einrichtungen mit laufendem Wohn- und Pflegebetrieb Zukunftsperspektiven aufzeigen zu können. Doch diese Aussage könnte im Umkehrschluss auch heißen: Nicht alle Einrichtungen und Angebote des Konzerns können weitergeführt werden.
Schon einmal stand das Seniorenhaus vor dem Aus
Die Insolvenz von Convivo ist nicht der erste Schlag, der dem Heim in Hesel in den vergangenen Jahren versetzt wurde. So musste 2018 der damalige Betreiber, die Evangelisch-Lutherischen Altenheim gGmbH, ebenfalls Insolvenz anmelden. Die Convivo-Gruppe sprang als Investor ein. Dass die Gruppe nun ebenfalls aufgeben musste, führte die Geschäftsführung auf verschiedene Faktoren zurück. Der erhebliche Fachkräftemangel und verdoppelte Krankenstände aufgrund hoher Belastungen der Corona-Pandemie hätten zu niedrigen Belegungszahlen geführt. Der notwendige Einsatz von Personal aus Zeitarbeitsdienstleistern habe zusätzlich überproportionale Kosten verursacht. Die Kostensteigerung der Pflegereform habe dann noch zu einem höheren Anteil Pflegebedürftiger mit staatlicher Unterstützung geführt. Dieser Anteil sei für Betreiber nicht vollständig refinanziert. Weitere Faktoren, etwa steigende Energie- und Sachkosten, hätten dann schlussendlich die seit 30 Jahren tätige Convivo-Unternehmensgruppe in eine finanzielle Schieflage gebracht.
