Leer - Die Landschaftspflege und Naturerlebnis gGmbH des Nabu Niedersachsen setzt in seiner Arbeit mit Heckrindern nun auch auf die Unterstützung von Cattle Drivern. Diese treiben Weidevieh ruhig und stressfrei, damit also besonders schonend und tierwohlkonform zusammen, um sie beispielsweise in Fangstände zu lotsen. Das schreibt der Naturschutzbund (Nabu) in einer Mitteilung.
Blutuntersuchung
Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des Nabu Niedersachsen, freut sich über diese Unterstützung: „Die extensive Ganzjahresbeweidung setzt ohnehin auf tierwohlgerechte Haltung, mit dem Einsatz der Cattle Driver verfolgen wir auch beim Zusammentrieb der Heckrinder einen schonenden und stressfreien Umgang mit den Tieren.“ Dank des Cattle-Drive-Teams konnte damit am 31. August erfolgreich die Blutuntersuchung aller 43 Heckrinder auf der Beweidungsfläche Coldam durchgeführt werden. Das ist ein wichtiger Fortschritt, denn in zwei Weideprojekten der Landschaftspflege und Naturerlebnis gGmbH waren die Blutuntersuchungen bei den Heckrindern überfällig, heißt es weiter in der Mitteilung. „Aus diesem Grund unterlagen die Herden automatisch einem Seuchenstatus und das, obwohl es zuvor keinerlei Verdacht auf Seuchen gab und bereits einzelne Proben beprobter Tiere negativ waren. Wegen gesetzlicher Vorgaben mussten jedoch von allen Rindern Proben entnommen werden, um den Seuchenstatus wieder aufzuheben“, erklärt Dr. Buschmann. Und weiter: „Insgesamt gelang es, alle Rinder einzufangen, Blutproben von allen 43 Tieren zu entnehmen und zu untersuchen. Das Ergebnis der Untersuchung: Alle Heckrinder sind gesund. Es konnten keine Krankheiten im Blut nachgewiesen werden. Bei der Gelegenheit konnten wir direkt noch einzelne fehlende Ohrmarken setzen“, fährt der Landesvorsitzende des Nabu Niedersachsen fort.
Beim Festsetzen der Tiere konnte auch gleich der Gesundheitszustand betrachtet werden: „Obwohl in der letzten Sammelkotprobe keine Magendarmwurmeier festgestellt werden konnten, wurden die Tiere mit einem Mittel gegen Würmer behandelt. Die vorherige Sammelkotprobe hatte nämlich eine leichte Belastung mit Eiern von Magendarmwürmern ergeben, wobei diese Belastung in Coldam keinem Tier zugeordnet werden konnte, da keine Krankheitsanzeichen vorlagen“, so. Dr. Buschmann. Da jetzt alle Heckrinder in Coldam hinreichend untersucht und medizinisch versorgt wurden, steht einem Verkauf der Tiere nichts mehr im Weg. So konnten bereits einige Jungtiere vermittelt werden. Zuvor sind bereits einzelne Bullen durch einen Weideschuss tierwohlgerecht geschlachtet worden.
Anzahl deutlich verringert
Somit ist die Tierdichte nun deutlich verringert. Aktuell befinden sich noch 23 Kühe mit unterschiedlicher Trächtigkeit auf den Flächen, wobei gerade hochträchtige Tiere weder geschlachtet noch verbracht werden dürfen. „Eine Auflösung der Herde bis zum 30. September, wie in der geplanten Anordnung des Landkreises gefordert, bleibt daher utopisch“, betont der Landesvorsitzende. Für die Fläche Thedingaer Vorwerk stehen die Blutuntersuchungen noch aus. Erst danach können auch die dortigen Tiere auf andere Flächen verbracht beziehungsweise weiterverkauft werden.
