Westoverledingen - Die Gemeinde Westoverledingen sucht nach weiterem Wohnraum für geflüchtete Menschen, geht aus einer Mitteilung hervor. Zwar gebe es derzeit noch Möglichkeiten, die reichten aber „nicht aus, um die angekündigten Zuweisungen der nächsten Monate erfüllen zu können“, heißt es weiter. Nachfragen nach dem Hintergrund ergeben: Die Zahl der Flüchtlinge im Landkreis Leer wird sich in den kommenden Monaten noch deutlich erhöhen. Das geht aus der neuen Zuweisungsquote des Landkreises für die Zeit bis Ende März 2024 hervor – die wiederum auf der Quote des Landes beruht.
Nach Angaben der Kreisverwaltung enthält die aktuelle Zuweisungsquote 1129 Menschen für den Landkreis Leer. Es handelt sich um Asylbewerber, Geflüchtete aus der Ukraine und weitere humanitäre Aufnahmen etwa von Ortskräften, die für Deutschland arbeiteten. Die Zahl setzt sich zusammen aus der alten Quote beziehungsweise der Restquote mit 335 Flüchtlingen, zu denen nach der neuen Quote weitere 794 Menschen kommen, die bis März 2024 aufgenommen werden müssen.
Vereinbarung zwischen Landkreis und Städten sowie Gemeinden
Das geschieht im Landkreis nach einer Heranziehungsvereinbarung, die seit Jahren zwischen dem Kreis und den Städten und Gemeinden existiert. Die Unterbringung erfolgt dezentral in den Kommunen. Die Landesaufnahmebehörde und die Kommunen stehen daher in direktem Kontakt miteinander. Die Landesaufnahmebehörde verteilt die Geflüchteten regelmäßig auf die einzelnen Städte und Gemeinden. Die Zahl der aufzunehmenden Personen bemisst sich am Anteil der Gesamtbevölkerung der Gemeinde oder Stadt innerhalb des Landkreises.
Einige Kommunen, so erklärt die Kreisverwaltung, melden sich auch direkt bei der Aufnahmebehörde und fragen neue Flüchtlinge an, wenn Platz frei geworden ist oder sich bestimmte Konstellationen ergeben. Sie können so innerhalb ihrer Kommune Zuweisungen steuern. Die aktuelle Wohnungslage sei bei der Unterbringung Geflüchteter angespannt und gestalte sich zunehmend schwieriger – sei aber bisher noch in allen Fällen dezentral in Wohnungen zu bewältigen.
1911 Menschen aus der Ukraine im Kreis
Aktuell leben 1911 Menschen aus der Ukraine (Stichtag: 15. September 2023) im Landkreis. Insgesamt sind rund 2800 Geflüchtete aus der Ukraine in den Landkreis Leer gekommen. Einige von ihnen seien innerhalb Deutschlands verzogen oder auch wieder ausgereist. Zudem sind 986 Geflüchtete, die nicht aus der Ukrainer stammen, aktuell im Kreis untergebracht. Die Herkunftsländer sind Irak, Türkei, Syrien, Kolumbien, Côte d’Ivoire – die Elfenbeinküste.
In der Gemeinde Westoverledingen leben aktuell 264 Personen im laufenden Asylverfahren oder sind bereits abgelehnt und daher auf Duldung, erklärt die Verwaltung auf Nachfrage. Zudem habe man insgesamt 223 Ukrainerinnen und Ukrainer aufgenommen, davon halten sich aktuell noch 156 in Westoverledingen auf. Die Gemeinde betreut aktuell 64 Wohnungen zuzüglich zweier Großunterkünfte.
Wie viele Wohnungen bis zum Jahresende gebraucht werden, lasse sich nicht definieren, da die Zugänge variieren. Es bestehe jedoch Bedarf an Wohnraum, um die Quote erfüllen zu können.
Angebote können dem Sozialamt per E-Mail mitgeteilt werden unter sozialamt@westoverledingen.de oder telefonisch unter 04955/933168 unterbreitet werden.
