Leer - „Vergiftetes Denken“ lautet der Titel des neuen Buches von Wolfgang Kellner, das er am 20. Mai um 19 Uhr im Sparkassen-Forum an der Bürgermeiser-Ehrelnholtz-Straße in Leer vorstellen möchte. In dem Werk hat sich der ehemalige Bürgermeister der Stadt mit der Zeitspanne vom Kaiserreich bis zum NS-Staat auseinandergesetzt, die gekennzeichnet war von einem für Deutschland dramatischen politischen Wandel, der nach dem in Oldenburg geborenen Philosophen Karl Jaspers „einer schwindelhaften Extratour in den Abgrund“ glich.
Rassenideologie und Antisemitismus
„Der Bielefelder Naturphilosoph Bernhard Bavink, in Leer geboren, war Zeuge und Akteur in dieser Zeit. Eine antidemokratische Haltung, Antisemitismus, Rassenideologie und ’Biologisierung’ der Politik waren wesentliche Punkte in den Auffassungen der ’stramm national gesinnten Männer’, wie Bavink sich und seine Mitstreiter nannte“, schreibt Wolfgang Kellner zu seinem Buch. Das Werk solle dazu beitragen, die Ursprünge, die Verflechtungen und die Zusammenhänge in ihrer Kontinuität bis heute zu erkennen und zu beurteilen.
Historische Abhandlungen
Wolfgang Kellner war 13 Jahre lang hauptamtlicher Bürgermeister seiner Heimatstadt Leer. Er veröffentlichte 2015 im „Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands“ die Abhandlung „Die Vergessenen – Die ‚Juni-Aktion‘ 1938 gegen ‚Arbeitsscheue‘ im Raum Leer“. Es folgte 2017 eine Studie zur Rolle der Kommunen und ihrer Führungskräfte im NS-Staat mit dem Titel „Verfolgung und Verstrickung – Hitlers Helfer in Leer“. Kellner ist zudem Vorsitzender der „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Ostfriesland“.
Wolfgang Kellner war 13 Jahre lang hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Leer. Am 20. Mai stellt er sein neustes Buch „Vergiftetes Denken“ vor. Foto: Privat
Der Eintritt zur Lesung ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln, im Falle der Lesung besteht Maskenpflicht, bis der Platz eingenommen wurde. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Veranstaltung wird musikalisch durch das Trompeten- und Saxofon-Ensemble „Euroklang“ begleitet.
