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120 Mitarbeiter betroffen Schock auf Borkum – Nordseeklinik soll schließen

Axel Pries
Axel Pries Andreas Behr
Völlig überraschend kam auf Borkum die Nachricht an: Die Nordseeklinik soll schließen.

Völlig überraschend kam auf Borkum die Nachricht an: Die Nordseeklinik soll schließen.

Andreas Behr

Borkum - Die Nachricht ist ein Schock für die Stadt Borkum: Die Nordseeklinik an der Seepromenade soll schließen, erklärt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Rheinland, weil „ein Weiterbetrieb der Klinik unter der Trägerschaft der DRV Rheinland aus wirtschaftlichen Gründen perspektivisch nicht mehr möglich“ sei, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Auf Borkum löst die Entscheidung in Düsseldorf nicht nur Entsetzen aus, sondern auch Erstaunen. Noch vor ein paar Tagen, so erklärt Borkums Bürgermeister Jürgen Akkermann (parteilos), sollte er bei einem Image-Film für die Reha-Klinik mitwirken – und dann sei der Termin kurzfristig storniert worden. „Wir sind völlig überrascht worden.“

120 Mitarbeiter betroffen

Betroffen sind rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und mit denen sei man im Gespräch, erklärte der Sprecher der Rentenversicherung. Es sei dem Vorstand wichtig, „den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Optionen für eine sichere Zukunft aufzuzeigen. Die Geschäftsführung der DRV Rheinland hat vergangene Woche im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassend informiert.

In enger Abstimmung mit allen Beteiligten werden nun zeitnah die entsprechenden, notwendigen Maßnahmen transparent geplant. Zu dieser Vorbereitung und um zufriedenstellende Lösungen erarbeiten zu können, sind zunächst Einzelgespräche notwendig. Diese Gespräche laufen bereits.“

Fortbestand wird geprüft

Was zu einer so gravierenden wirtschaftlichen Schieflage geführt hat, erklärt die Rentenversicherung trotz mehrfacher Nachfragen bislang nicht. In einer Antwort auf die Frage nach Hintergründen heißt es lediglich: „Wir bitten um Verständnis, dass ein möglicher Fortbestand ganz oder in Teilen der Nordseeklinik in einer anderen Trägerschaft beziehungsweise mit unseren Kooperationspartnern derzeit in Prüfung ist und hierzu keine finalen Aussagen getroffen werden können. Dieses gilt auch in Bezug auf die Nutzung der Wohnungen. Grundsätzlich bestand und besteht ein regelmäßiger Austausch mit der Kommune. Sehr gerne sind wir natürlich jederzeit offen für konstruktive Gespräche.“

„Härten vermeiden“

Bürgermeister Akkermann geht von einer Schließung aus: „Offiziell haben wir leider noch keine Benachrichtigung und somit keine Details erhalten. Sicher ist, dass die Klinik geschlossen wird.“ Er drückt sein Bedauern aus: „In erster Linie tut es mir für die Beschäftigten leid. Die Nordseeklinik ist ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor für die Insel. Wichtig ist, dass es eine Perspektive und einen Plan für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Seiten des Trägers gibt, wie Härten vermieden und abgewendet werden können. Die Auswirkungen für die Insel werden entscheidend davon abhängig sein, wie eine Nachnutzung gestaltet werden kann. Dazu werden wir das Gespräch mit der Deutschen Rentenversicherung suchen.“ Am Montag habe ein erstes persönliches Gespräch mit dem Direktor der DRV, Dirk Mentzner, stattgefunden.

Sanierungsbedarf

Tatsache sei, erklärt der Bürgermeister, dass es an dem Haus aus den 1970er Jahren in der Skyline von Borkum Sanierungsbedarf gebe, für den bislang die Optionen Sanierung oder Neubau im Gespräch gewesen seien.

Die Nordseeklinik auf Borkum liegt unweit des markanten neuen Leuchtturms in exponierter Lage im Kurviertel direkt mit Blick auf die Promenade und ist als eine von sechs Kliniken für Rehabilitation unter dem Dach der DRV Rheinland im Klinikverbund organisiert. Viele tausend Rehabilitierende nehmen pro Jahr an den medizinischen Maßnahmen auf Borkum teil. Dabei sind sie nicht nur Patienten, die für ihre Behandlung dorthin gehen, sondern auch Gäste, die ihren Beitrag zahlen, die Kaufkraft stärken und die Insel genießen.

Axel Pries
Axel Pries Ostfriesland-Redaktion/Leer
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