Borkum - Eine Woche nach der für viele Borkumer schockierenden Nachricht, dass die Nordseeklinik schließen soll, besuchte der Direktor der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, Dirk Mentzner, die Insel, um zusammen mit Bürgermeister Jürgen Akkermann den Rat der Stadt über den Stand der Dinge zu informieren – in einer nichtöffentlichen Sitzung. Er bestätigte, dass die Schließung etwas mit dem Zustand des Gebäudes zu tun hat.
„Sanierung wirtschaftlich nicht mehr möglich“
Laut einer anschließenden Pressemitteilung erörterte Mentzner dabei, dass der Vorstand der DRV Rheinland nach langwieriger Prüfung und unter Einbeziehung unabhängiger Gutachter einen Feststellungsbeschluss gefasst habe. Eine Sanierung beziehungsweise ein Neubau und ein damit verbundener Weiterbetrieb der Nordseeklinik sei in der Trägerschaft der DRV Rheinland wirtschaftlich nicht mehr möglich.
„Sämtliche Optionen haben wir gewissenhaft geprüft und sind leider zu keinem anderen Ergebnis gekommen“, so Mentzner für die DRV Rheinland. Das große Augenmerk liege nun klar auf den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik. „Wir arbeiten mit unseren Kooperationspartnern an einer bestmöglichen, sicheren Zukunft für jeden Einzelnen“, erörtert der Geschäftsführer. Die Personalvertretung sei in den weiteren Prozess selbstverständlich eng eingebunden.
Bürgermeister: Borkum prädestiniert für Reha-Betriebe
Bürgermeister Akkermann setze weiterhin auf eine Lösung für den Klinikstandort Borkum, heißt es in der Erklärung weiter. „Ich sehe die wirtschaftlichen Zwänge eines öffentlichen Trägers, bin aber hoffnungsvoll, eine Lösung, gegebenenfalls mit Dritten, zu finden.“ Dabei habe er kein Problem, wenn dies wieder ein Reha-Betrieb wird, hatte er bereits im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt.
Die Nordseeinsel sei prädestiniert für solche Einrichtungen. Die Kommune werde aktiv mitwirken, einen tragbaren Ansatz zu suchen. Bürgermeister Akkermann: „Ich bin froh, dass jetzt eine enge Kommunikation stattfindet. Rat und Verwaltung werden den Prozess aufmerksam und intensiv begleiten.“ Und Dirk Mentzner betonte: „Selbstverständlich wäre es unser Wunsch, den Gesundheitsstandort in guten Händen zu wissen. Zu diesem Zwecke werden wir uns eng mit der Kommune austauschen.“
