Hesel - Die politischen Gremien der Gemeinde Hesel haben sich für die Errichtung einer Erinnerungsstätte an das Kriegsgefangenenlager in der Heseler Ortsmitte ausgesprochen. „Selbst vielen Einwohnerinnen und Einwohnern aus Hesel ist kaum bekannt, dass mitten im Ort im Zweiten Weltkrieg Menschen gefangen gehalten, erniedrigt und womöglich getötet wurden. Wenn das Gefangenenlager auch sicherlich keine besonders große Rolle im Unrechtsregime der Nazis gespielt hat, so zeigt es dennoch die Gewalttaten des Regimes, die nicht vergessen werden dürfen“, schreibt der Erste Samtgemeinderat Joachim Duin in einer Pressemitteilung im Namen der Samtgemeinde.
80 bis 100 Gefangene fast ausschließlich serbischer Herkunft
Nach Informationen von Recherchen der Ostfriesischen Landschaft wurde in den Jahren 1939/1940 für Hesel der Bau eines Flugplatzes geplant. Im Mai 1940 errichtete man dafür an der Nordwestecke des Dorfes ein Barackenlager, das aber, weil die Flughafenpläne nach dem deutschen Einmarsch in die Niederlande nicht zur Realisierung kamen, bis auf vier Baracken wieder abgerissen wurde, wie den Aufzeichnungen von Paul Weßels, Leiter der Bibliothek der Ostfriesischen Landschaft, zu entnehmen ist. In den verbliebenen Gebäuden wurde von 1941 bis 1945 das Kriegsgefangenenlager AK Nr. 5551 eingerichtet, in dem 80 bis 100 Insassen fast ausschließlich serbischer Herkunft bis zum Kriegsende untergebracht wurden. Die Gefangenen wurden in Hesel und den Nachbardörfern vor allem in der Landwirtschaft und auch bei Handwerkern eingesetzt.
Austausch mit Zeitzeugen geplant
Zur Sammlung von Informationen für die geplante Erinnerungsstätte ist Ende Januar 2023 ein Austausch mit Zeitzeugen geplant. Interessierte Personen können sich gerne beim Ratsmitglied Erwin Köster unter Telefonnummer 04946/1297 melden.
