Ostfriesland/Leer - Der Immobilienmarkt in der Region – wer ein Eigenheim sucht oder gar bauen möchte, der kann fast täglich dabei zusehen, wie die Preise steigen. Und so ist die Immobilienfinanzierung für die Ostfriesische Volksbank ein Geschäft, das hervorragend läuft. Allein die Immobilienkredite umfassen ein Gesamtvolumen von rund 115 Millionen Euro.
Doch der Geschäftszweig wird auch mit einer gewissen Skepsis beobachtet, wie bei den Ausführungen der Vorstände Holger Franz und Georg Alder anlässlich des Bilanz-Pressegesprächs deutlich wurde. „Wir haben die Sorge, dass immer mehr Haushalte an Finanzierungsgrenzen stoßen“, so die zwei.
Steigende Baukosten beeinflussen den Markt
Dabei ist es nicht unbedingt die Sorge um den Wertverlust der Immobilie, vielmehr müsse die Finanzierung wirklich dauerhaft funktionieren und sich, so wird beim Gespräch deutlich, die Investition an dem gewählten Standort rechnen. Ein weiterer Aspekt, der in die Finanzierungsberatung mit einfließt, sind die steigenden Baukosten, die in der Pandemie – wie berichtet – überall in Deutschland massiv angestiegen sind. Meist gibt es beim Bau zwar Festpreisvereinbarungen, doch auch die haben Laufzeiten – und so kann es passieren, dass der Preis nachverhandelt wird und steigt. Das, so stellten die Vorstände fest, sei eine völlig neue Situation und müsse bei der Beratung nun immer mit einkalkuliert werden. Die Bank achte stets darauf, dass für den Kunden alles stimmt und nicht um jeden Preis finanziert, sondern solide finanziert wird.
Die Ostfriesische Volksbank blickt nach Angaben der Vorstände auf eine außerordentliche Bilanz 2021. Beim Pressegespräch konnte Vorstandsvorsitzender Holger Franz mitteilen, dass durch kräftige Zuwächse bei Kredit als auch Anlagenvolumen die Bilanzsumme um 16,5 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro gestiegen ist.
Aktuell zählt die Volksbank 27 558 Mitglieder, für die, vorbehaltlich der Zustimmung der Versammlung, eine Dividende von sechs Prozent vorgesehen ist.
Was die Einlagen betrifft: Hier gab es eine Zunahme von 21,8 Prozent, so dass das Volumen von zwei Milliarden Euro überschritten wurde. Damit decken die Kundeneinlagen weitestgehend die vergebenen Kredite ab, hieß es.
Neben der Finanzierung von neuen und gebrauchten Immobilien haben sich auch Handwerk, Handel, Dienstleistung und Industrie durch eine zunehmende Kreditnachfrage bei der Volksbank ausgezeichnet. So betrug das Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft zum Jahresende 1,5 Milliarden Euro (+ 9 Prozent). „Der Nordwesten entwickelt sich wirtschaftlich sehr robust“, erläuterte Holger Franz – sowohl hinsichtlich der Kreditnachfrage als auch bezogen auf die wirtschaftlichen Verhältnisse.
Das Kreditvolumen verteilt sich wie folgt: bei den Privatkunden sind es 586 Millionen Euro, bei Firmenkunden 782 Millionen, bei der Binnenschifffahrt 279 Millionen und bei der Seeschifffahrt 476 Millionen Euro. 360 Seeschiffe werden aktuell mitfinanziert.
Unterm Strich liegt die Zahl der vermittelten Immobilien mit 170 und einem Volumen von 39,4 Millionen Euro bei der Volksbank auf einem neuen Rekord-Niveau. Kein Wunder, das anhaltende niedrige Zinsniveau macht das Haus nicht nur als Heim, sondern auch als Immobilienanlage weiterhin interessant, so die Vorstände.
Filialnetz soll vorerst bestehen bleiben
Eine gute Nachricht gab es in Sachen Filialnetz: Hier wird erst einmal an allen Standorten festgehalten. Zwar könne es sein, dass es künftig noch Veränderungen gibt, aber erst einmal bleibt das Netz, wie es ist. So etwa im Rheiderland, wo die Volksbank in Weener und Bunde vertreten ist. Einzig der Geldautomat im Combi bei Weener wird wohl aus Sicherheitsgründen weichen müssen. Überhaupt, so wird im Gespräch schnell klar, ist das Thema Geldautomaten ein heikles. Grund: Automaten sind ein beliebtes Ziel für Kriminelle. Eine flächendeckende Versorgung der Automaten soll aber weiterhin gewährleistet werden.
