Landkreis Leer - Gewalt gegen Polizeibeamte – in Ostfriesland keine Seltenheit. Die aktuelle Kriminalstatistik zeigt: Noch immer werden Polizisten im Einsatz angegriffen oder bei vehementem Widerstand verletzt. Allein 44 solcher Vorfälle gab es im vergangenen Jahr in der Stadt Leer, vier mehr als noch im Jahr zuvor. Weitere 24 Angriffe ereigneten sich bei Einsätzen in den anderen Kommunen im Landkreis Leer, wobei hier die Zahl in der Summe um zehn Angriffe im Vergleich zu 2020 sank.
Ein Blick auf den gesamten Inspektionsbereich Leer/Emden zeigt: In der Summe wurden zwölf Taten weniger registriert (78) als im Jahr 2020 (90). Dennoch sind die Zahlen seit geraumer Zeit auf einem hohen Niveau, so das Fazit aus der Inspektion. Im Fünfjahresvergleich hätten sich die Fälle mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 96 Polizeibeamte verletzt.
Thomas Memering, Leiter der Polizeiinspektion Leer/Emden, betrachtet die Entwicklung mit Sorge: „Auch in unserem Inspektionsbereich gab es in der jüngsten Vergangenheit äußerst brutale Widerstände und tätliche Angriffe, durch die unsere Kolleginnen und Kollegen verletzt wurden. Sie werden zwar durch gezielte Trainings auf solche schwierigen Situationen vorbereitet. Aber die tödlichen Schüsse auf die beiden Polizeibeamten in Rheinland-Pfalz machen deutlich, dass wir jederzeit mit unvermittelten, brutalsten Angriffen rechnen müssen.“
