Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Stadt Leer greift durch Vier Schottergärten bereits beseitigt – 40 weitere stehen auf der Liste

Schottergärten soll es in Leer bald nicht mehr geben.

Schottergärten soll es in Leer bald nicht mehr geben.

dpa-Symbolbild

Leer - Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat es erst vor wenigen Tagen entschieden: Baubehörden in Niedersachsen dürfen Schottergärten verbieten. Das könnte Wasser auf den Mühlen von Leer sein, denn hier läuft der Kampf gegen die Schottergärten schon viel länger.

Seit dem Sommer kümmert sich ein eigens für diesen Job abgestellter Mitarbeiter ausschließlich darum, Steinwüsten aufzuspüren und die Grundstücksbesitzer dazu zu bringen, diese in blühende Gärten umzuwandeln: für mehr Artenschutz, für ein besseres Klima in der Stadt und schlussendlich für mehr Naturschutz. Mit Erfolg.

Zwölf Verfahren gegen Grundstückseigentümer

Aktuell, so wusste Edgar Behrendt, Sprecher der Stadt, auf Nachfrage zu berichten, laufen zwölf Verfahren gegen Schottergarten-Besitzer. Fünf weitere seien bereits abgeschlossen. Und: „Bisher konnte man sich in vier Verfahren auf eine Beseitigung einigen. Die Schottergärten sind bereits entfernt worden“, teilte er weiter mit.

Keine Blühpflanzenquote, aber im Ernstfall Bußgelder

Vorgaben, was statt Stein verwendet werden soll, gibt es übrigens für die Grundstückseigentümer nicht, auch keine Blühpflanzen-Quote oder ähnliches. „Grundsätzlich ist bei der Neugestaltung zu beachten, dass die Vegetation gegenüber Plattenbelägen, Pflasterungen oder Schotter überwiegt“, hatte die Stadt bereits im Sommer mitteilen lassen. Seit damals ist auch sicher: Wer sich nicht fügt, dem droht weiteres Ungemach in Form von Bußgeldern. Doch das soll immer nur der allerletzte Schritt sein. Die Stadt hofft auf Einigungen und Verständnis, um Verfahren zu vermeiden. Bislang ging diese Strategie auf, es mussten noch keine Bußgelder verhängt werden, wusste der Stadt-Sprecher zu berichten.

Nachbarn zeigen Schottergarten-Besitzer nicht an

Wer nun denkt, im Zuge von Schottergartenverboten könnten sich vermehrt Nachbarn bei der Stadt melden, um Schottergarten-Besitzer anzeigen, der irrt. „Die mediale Aufmerksamkeit mit Bezug auf das Thema hat zu keiner spürbaren Mehrung von Hinweisen aus der Anwohnerschaft geführt“, stellte Behrendt fest.

Bereits weitere 40 mögliche Schottergärten auf der Liste

Und wie geht es nun weiter? Der Mitarbeiter wird seinen Job erfüllen, denn auch ohne Hinweise von Nachbarn wird die Liste der Schottergärten stetig erweitert. „Bislang gibt es etwa 40 vermutete Schottergärten, ausgehend von Luftbildern und Ortsbesichtigungen. Diese müssen im Einzelfall geprüft werden“, hieß es.

Landkreis zieht bald nach

Wer zwar nicht in Leer, aber dafür im Landkreis Leer wohnt, der muss sich ebenfalls in absehbarer Zeit auf Auflagen und möglicherweise auch Kontrollen einstellen. Lange Zeit hatte die Behörde auf den guten Willen der Einwohner in den Kommunen gesetzt und Info-Broschüren verteilt, denn kreisweit sind Schottergärten hier verboten. Der Erfolg blieb weitgehend aus. Nun sollen auch auf Kreisebene härtere Geschütze aufgefahren werden. Dafür wird aktuell ein Konzept erarbeitet.

Auch in Norden kein seltener Anblick: Schottergärten verstoßen gegen geltendes Baurecht, werden in der Praxis aber trotzdem oft geduldet oder nicht geahndet. Die Stadt will künftig einen Berater in diesem Bereich etablieren, analog zum Erfolgsmodell der Gemeinde Großheide.

NACH VORBILD DER GEMEINDE GROSSHEIDE Stadt Norden will im Kampf gegen Schottergärten einen Gartenberater etablieren

Arne Haschen
Norden
Kies und Schotter statt Blumen und Gras bestimmen die Gestaltung eines Vorgartens. Selbst ein eigener Instagramaccount ist den «Gärten des Grauens» gewidmet.

GRÜNEN-ANTRAG IM AURICHER STADTRAT „Schottergarten-Polizei“ verteilt noch keine Knöllchen

Günther Gerhard Meyer
Aurich
Tote Fläche: Schotter bedeckt den Vorgarten eines Hauses – zum Nachteil der Umwelt und zum Ärger vieler Bürgerinnen und Bürger.

FALL IN DIEPHOLZ Hauseigentümer muss Schottergarten beseitigen

Christoph Kiefer
Diepholz
Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
So sieht einer der zehn neuen Operationssäle im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg aus.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS OLDENBURG Mehr Operationen, Jobs und Patienten – EV nimmt zehn neue Operationssäle in Betrieb

Anja Biewald
Oldenburg
Spannender Lesestoff auf über 50 Seiten: Die erste Ausgabe des neuen Magazins „Tatort Nordwesten“ ist ab sofort erhältlich. Als ePaper kostet das Magazin 5,90 Euro.

TRUE-CRIME-HEFT „Tatort Nordwesten“ als Magazin in Geschäftsstellen und Shop erhältlich

Nicolas Reimer
Im Nordwesten
Podcast
Verlässt im Sommer den VfB: Marcel Appiah

NEUE FOLGE NORDWESTKURVE Warum der VfB Oldenburg seine Verjüngungskur vorantreibt

Lars Blancke Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens