Leer - Der Sommer naht und damit die Zeit für Gartenpools, Rasensprenger und Co. Doch wenn der Sommer so heiß werden sollte wie in den vergangenen Jahren, dürfte sich so mancher die Frage stellen, ob es mit der Trinkwasserversorgung nicht irgendwann knapp werden könnte. Wir haben mit den Stadtwerken Leer gesprochen, ob die Sorge vor einer Wasserknappheit im Sommer berechtigt ist.
Sparsam sein
„Nein, beim Wasserwerk in Leer haben wir keine Sorgen, dass es mit der Versorgung eng werden könnte. Unsere Kapazitäten sind so ausgelegt, dass wir auch bei höheren Verbrauchswerten an heißen Sommertagen keine Probleme bekommen“, sagte Pressesprecher Edgar Behrendt. Das sei aber natürlich kein Grund, verschwenderisch mit Wasser umzugehen: „Im Gegenteil: Wir weisen immer wieder darauf hin, sparsam zu sein.“
Trockene Sommer
Bislang sind die Stadtwerke Leer noch nicht in die Bredouille gekommen. Auch in den vergangenen Jahren, als die Sommer sehr heiß und trocken waren, hat es keine Situation gegeben, in der die Wasserversorgung knapp wurde, erklärte Behrendt. „Damit das passieren könnte, müsste sich eine Extrem-Situation ergeben. Beispielsweise könnte das der Fall sein, wenn an einem sehr heißen Sommertag nicht nur viele Bürger im selben Zeitraum ihre Pools befüllen und ihre Gärten bewässern, sondern wenn dann auch noch die Feuerwehr einen Großbrand in Leer bekämpfen müsste“, so der Pressesprecher weiter.
Gartenpools
Apropos Pools: Ihre Anzahl hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Und auch beim Bewässern des heimischen Gartens wird jedes Jahr viel Trinkwasser verbraucht, weiß Behrendt. Ein Pool-Verbot, um Wasser zu sparen, steht derzeit aber noch nicht zur Debatte. „Darüber müsste man allenfalls nachdenken, wenn sich die Lage tatsächlich einmal extrem zuspitzen sollte. Nichtsdestotrotz muss man natürlich an die Bürger appellieren, zumindest bei der Häufigkeit von Pool-Befüllungen mit Augenmaß vorzugehen.“
Abgabemengen
In den vergangenen 15 Jahren verzeichneten die Stadtwerke in der Stadt Leer immer eine Abgabemenge im Bereich von 1,5 bis 1,6 Millionen Kubikmeter Reinwasser. 2020 und 2021 waren die beiden Jahre mit dem höchsten Verbrauch: 2021 lag dieser konkret bei 1,67 Millionen Kubikmetern. „Während wir in den Wintermonaten in der Regel bei einer Tagesabgabemenge zwischen 4000 und 4500 Kubikmetern liegen, kann diese an einzelnen Tage in den Sommermonaten auf über 6000 klettern. Der höchste Wert 2021 lag an einem Tag im Juni bei 6600 Kubikmetern. In unserem Versorgungsgebiet, das sich auf weite Teile des städtischen Gebiets erstreckt, haben wir rund 12000 Abnahmestellen für Trinkwasser“, erläuterte der Stadtwerke-Pressesprecher.
Tipps
Dass die Speicher einmal leerlaufen könnten, damit sei aber nicht zu rechnen. Die Stadtwerke verfügen über ergiebige Förderbrunnen, die bei Bedarf noch hochgefahren werden können. „Beim Neubau des
Jan Schürings, Regionalgeschäftsstellenleiter des Nabu Ostfriesland, hat einige Tipps zum Wassersparen im Sommer parat. Diese lauten wie folgt:
Duschen statt baden, am besten mit einem Wasserspar-Duschkopf.
Die Regentonne sollte für Gartenwasser verwendet werden.
Um eine Verdunstung zu verringern, sollte entweder früh am Morgen oder spät am Abend gegossen werden.
Beete mit Mulch bedecken, was einerseits das Unkrautwachstum hemmt und gleichzeitig die Verdunstung reduziert.
Rasen etwas länger wachsen lassen. Dann hält der Rasen Feuchtigkeit besser, wird langsamer braun und muss seltener gewässert werden.
Auf den Pool verzichten und besser ins Freibad oder an den Badesee gehen.
Wasserwerks 1997 sind die Kapazitäten bewusst deutlich erhöht worden, um auch mit Blick in die Zukunft die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können.“ Dennoch sollte auf Sparsamkeit geachtet werden: „Ganz wichtig wäre es, wenn noch mehr Regenwasser genutzt würde - speziell zum Bewässern der eigenen Gärten.
Ansonsten ist es natürlich sparsamer, wenn man es vorzieht, zu duschen anstatt zu baden“, gibt Behrendt einige Tipps. Darüber hinaus sei es sinnvoll, bei der Toilettenspülung die Spartaste zu nutzen, beim Zähneputzen nicht durchgehend das Wasser laufen zu lassen und beim Nutzen der Wasch- und Spülmaschine wirtschaftlich vorzugehen.
