Landkreis Leer - Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind bereits mehr als zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Viele von ihnen suchen in Deutschland Schutz, einige werden im Landkreis Leer Obdach finden.
Aufrufe
In den Städten und Gemeinden ist die Hilfsbereitschaft groß, die Menschen halten zusammen, wollen unterstützen. Doch es fehlt vor allem an Unterkünften, damit die Geflüchteten auch einen Ort zum Ankommen haben.
„Bei der Gemeinde Westoverledingen melden sich viele hilfsbereite Personen“, konnte Kirsten Beening auf NWZ-Nachfrage berichten. „Diese Meldungen werden aktuell aufgenommen und sind hilfreich, da die Gemeinde nur über sehr begrenzte Aufnahmekapazitäten verfügt. Freier Wohnraum, der sofort belegt werden könnte, steht aktuell nicht zur Verfügung.“ Die bisher über private Aktivitäten in Westoverledingen angekommenen Kriegsflüchtlinge seien auch privat untergebracht worden. „Wir sind im engen Austausch mit dem Landkreis Leer, um alle weiteren Schritte zu koordinieren.“
Geflüchtete und Helfer, die sich über einen Schul- oder Kita-Besuch der Kinder aus der Ukraine informieren möchten, finden auf der Website des Kultusministeriums Niedersachsen einen Überblick über Angebote und Betreuungsmöglichkeiten, aber auch Hinweise für Betreuende, wie sie mit Ängsten und Sorgen sowie psychischen und physischen Belastungsreaktionen umgehen können. Für Fragen rund um das Thema „Schule im Landkreis Leer“ steht das Amt für Schule und Bildung per E-Mail unter schulamt@lkleer.de zur Verfügung.
Um Menschen und Tier gleichermaßen zu schützen, ist es laut Landkreis zudem wichtig, dass die Haustiere (zum Beispiel Hund oder Katze) von Geflüchteten aus der Ukraine dem Veterinäramt des Landkreises Leer gemeldet werden. Die hiesigen amtlichen Tierärztinnen und Tierärzte sind unter der 0491/926-1451 oder per E-Mail an veterinaeramt@lkleer.de erreichbar. Außerhalb der Dienstzeiten kann die Kooperative Regionalstelle Ostfriesland unter der 04462/2043-5585 kontaktiert werden. Grund: Der Schutz vor Tollwut.
Druck bei der Suche
In anderen Kommunen bietet sich ein ähnliches Bild, so etwa in der Stadt Weener, die ebenfalls unter Druck steht, genügend Unterkünfte zu akquirieren. „Dies ergibt sich daraus, dass Flüchtlingszuströme aus drei Bereichen koordiniert werden müssen: Zuströme aus den Landesaufnahmebehörden, Zuströme durch private Helfer sowie Eigenanreisen“, erläuterte Kerstin Beier von der Stadtverwaltung.
Und so bemüht sich die Stadt und ruft all jene, die Wohnraum zur Verfügung stellen können, auf, sich im Sozialamt zu melden. „Zwischenzeitlich wurden viele Flüchtlinge erfolgreich untergebracht, der Zustrom nimmt absehbar jedoch zu.“
Wohnungsmangel
Im Grunde ist es ein Kanon der Aufrufe, denn alle Kommunen benötigen Unterstützung – auch Leer. Bürgermeister Claus-Peter Horst ist begeistert von der großen Hilfsbereitschaft der Leeranerinnen und Leeraner, die bereitwillig Wohnraum zur Verfügung gestellt haben. Doch auch hier zeigt sich: „Aufgrund des großen Zustroms von Flüchtlingen sind die Unterbringungskapazitäten in von der Stadt bisher angemieteten Wohnungen nun aber nahezu erschöpft“, so die Pressestelle. Aufgrund des Wohnungsmangels werden Helfende, die Flüchtlinge in den Landkreis Leer holen, gebeten, auch vorab selbst für deren Unterbringung zu sorgen. Und all jene, die Wohnraum zur Verfügung stellen können, werden gebeten, sich zu melden.
Sammelunterkünfte?
Wie wird es weitergehen? Wo können all die Geflüchteten unterkommen, wenn sich kaum mehr Unterkünfte finden? Auf Nachfrage beim Landkreis erklärte die Pressestelle: „Es bleibt das Ziel von Landkreis und Kommunen, die Menschen vorrangig in Wohnungen unterzubringen. Wenn die Zahl der Geflüchteten steigt, werden aber vermutlich auch Unterkünfte gebraucht, in denen größere Gruppen für die erste Zeit eine Bleibe finden – so wie derzeit im Evangelischen Bildungszentrum in Potshausen. Zusammen mit unseren Städten und Gemeinden treffen wir entsprechende Vorkehrungen und prüfen Einrichtungen, die infrage kämen, auf Eignung und Machbarkeit.“
Stand Mittwochnachmittag, 15 Uhr, sind übrigens 336 geflüchtete ukrainische Staatsangehörige im Landkreis bereits registriert, 87 männlich und 249 weiblich. „Dabei handelt es sich insbesondere um jüngere Frauen mit Kindern. Vereinzelt wurden bisher auch ältere Frauen und Männer registriert“, so die Pressestelle weiter. Wie viele Geflüchtete noch kommen werden, ist unklar.
Wer Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, sollte sich bei seiner Gemeinde oder Stadt vor Ort melden. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte auch auf
