Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Hunderte Ukraine-Flüchtlinge im Landkreis Leer Städte und Gemeinden suchen händeringend Unterkünfte

Die Menschen flüchten aus der Ukraine. Viele zieht es weiter nach Deutschland, um Schutz zu finden – so kommen sie auch in den Landkreis Leer.

Die Menschen flüchten aus der Ukraine. Viele zieht es weiter nach Deutschland, um Schutz zu finden – so kommen sie auch in den Landkreis Leer.

dpa-Symbolbild

Landkreis Leer - Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind bereits mehr als zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Viele von ihnen suchen in Deutschland Schutz, einige werden im Landkreis Leer Obdach finden.

Aufrufe

In den Städten und Gemeinden ist die Hilfsbereitschaft groß, die Menschen halten zusammen, wollen unterstützen. Doch es fehlt vor allem an Unterkünften, damit die Geflüchteten auch einen Ort zum Ankommen haben.

„Bei der Gemeinde Westoverledingen melden sich viele hilfsbereite Personen“, konnte Kirsten Beening auf NWZ-Nachfrage berichten. „Diese Meldungen werden aktuell aufgenommen und sind hilfreich, da die Gemeinde nur über sehr begrenzte Aufnahmekapazitäten verfügt. Freier Wohnraum, der sofort belegt werden könnte, steht aktuell nicht zur Verfügung.“ Die bisher über private Aktivitäten in Westoverledingen angekommenen Kriegsflüchtlinge seien auch privat untergebracht worden. „Wir sind im engen Austausch mit dem Landkreis Leer, um alle weiteren Schritte zu koordinieren.“

SChule, Kita, Haustiere

Geflüchtete und Helfer, die sich über einen Schul- oder Kita-Besuch der Kinder aus der Ukraine informieren möchten, finden auf der Website des Kultusministeriums Niedersachsen einen Überblick über Angebote und Betreuungsmöglichkeiten, aber auch Hinweise für Betreuende, wie sie mit Ängsten und Sorgen sowie psychischen und physischen Belastungsreaktionen umgehen können. Für Fragen rund um das Thema „Schule im Landkreis Leer“ steht das Amt für Schule und Bildung per E-Mail unter schulamt@lkleer.de zur Verfügung.

Um Menschen und Tier gleichermaßen zu schützen, ist es laut Landkreis zudem wichtig, dass die Haustiere (zum Beispiel Hund oder Katze) von Geflüchteten aus der Ukraine dem Veterinäramt des Landkreises Leer gemeldet werden. Die hiesigen amtlichen Tierärztinnen und Tierärzte sind unter der 0491/926-1451 oder per E-Mail an veterinaeramt@lkleer.de erreichbar. Außerhalb der Dienstzeiten kann die Kooperative Regionalstelle Ostfriesland unter der 04462/2043-5585 kontaktiert werden. Grund: Der Schutz vor Tollwut.

Druck bei der Suche

In anderen Kommunen bietet sich ein ähnliches Bild, so etwa in der Stadt Weener, die ebenfalls unter Druck steht, genügend Unterkünfte zu akquirieren. „Dies ergibt sich daraus, dass Flüchtlingszuströme aus drei Bereichen koordiniert werden müssen: Zuströme aus den Landesaufnahmebehörden, Zuströme durch private Helfer sowie Eigenanreisen“, erläuterte Kerstin Beier von der Stadtverwaltung.

Und so bemüht sich die Stadt und ruft all jene, die Wohnraum zur Verfügung stellen können, auf, sich im Sozialamt zu melden. „Zwischenzeitlich wurden viele Flüchtlinge erfolgreich untergebracht, der Zustrom nimmt absehbar jedoch zu.“

Wohnungsmangel

Im Grunde ist es ein Kanon der Aufrufe, denn alle Kommunen benötigen Unterstützung – auch Leer. Bürgermeister Claus-Peter Horst ist begeistert von der großen Hilfsbereitschaft der Leeranerinnen und Leeraner, die bereitwillig Wohnraum zur Verfügung gestellt haben. Doch auch hier zeigt sich: „Aufgrund des großen Zustroms von Flüchtlingen sind die Unterbringungskapazitäten in von der Stadt bisher angemieteten Wohnungen nun aber nahezu erschöpft“, so die Pressestelle. Aufgrund des Wohnungsmangels werden Helfende, die Flüchtlinge in den Landkreis Leer holen, gebeten, auch vorab selbst für deren Unterbringung zu sorgen. Und all jene, die Wohnraum zur Verfügung stellen können, werden gebeten, sich zu melden.

Sammelunterkünfte?

Wie wird es weitergehen? Wo können all die Geflüchteten unterkommen, wenn sich kaum mehr Unterkünfte finden? Auf Nachfrage beim Landkreis erklärte die Pressestelle: „Es bleibt das Ziel von Landkreis und Kommunen, die Menschen vorrangig in Wohnungen unterzubringen. Wenn die Zahl der Geflüchteten steigt, werden aber vermutlich auch Unterkünfte gebraucht, in denen größere Gruppen für die erste Zeit eine Bleibe finden – so wie derzeit im Evangelischen Bildungszentrum in Potshausen. Zusammen mit unseren Städten und Gemeinden treffen wir entsprechende Vorkehrungen und prüfen Einrichtungen, die infrage kämen, auf Eignung und Machbarkeit.“

Stand Mittwochnachmittag, 15 Uhr, sind übrigens 336 geflüchtete ukrainische Staatsangehörige im Landkreis bereits registriert, 87 männlich und 249 weiblich. „Dabei handelt es sich insbesondere um jüngere Frauen mit Kindern. Vereinzelt wurden bisher auch ältere Frauen und Männer registriert“, so die Pressestelle weiter. Wie viele Geflüchtete noch kommen werden, ist unklar.

Wer Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, sollte sich bei seiner Gemeinde oder Stadt vor Ort melden. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte auch auf

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
So sieht einer der zehn neuen Operationssäle im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg aus.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS OLDENBURG Mehr Operationen, Jobs und Patienten – EV nimmt zehn neue Operationssäle in Betrieb

Anja Biewald
Oldenburg
Spannender Lesestoff auf über 50 Seiten: Die erste Ausgabe des neuen Magazins „Tatort Nordwesten“ ist ab sofort erhältlich. Als ePaper kostet das Magazin 5,90 Euro.

TRUE-CRIME-HEFT „Tatort Nordwesten“ als Magazin ab sofort im Shop und ab Montag in den Geschäftsstellen erhältlich

Nicolas Reimer
Im Nordwesten
Podcast
Verlässt im Sommer den VfB: Marcel Appiah

NEUE FOLGE NORDWESTKURVE Warum der VfB Oldenburg seine Verjüngungskur vorantreibt

Lars Blancke Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens