Landkreis Leer - Der Winter steht vor der Tür und damit auch die Wintersaison im Tourismus. Wie die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) mitteilt, blickt die Tourismusbranche in ihrem Bezirk allerdings besorgt in die Zukunft: „Nach einem guten Sommer für den Tourismus in Niedersachsen trübt sich die Stimmung nun ein. Energiekosten, Arbeitskosten und Personalmangel sowie sinkende Konsumbereitschaft und Nachfrage lassen die Betriebe mit Sorge auf den Winter blicken”, so fasst Kerstin Kontny, Abteilungsleiterin für Tourismus bei der IHK, die Ergebnisse der aktuellen Saisonumfrage Tourismus zusammen. Doch wie sieht das Stimmungsbild bei den Touristikern im Kreis Leer aus? Ist man gleicher Ansicht wie die IHK oder ticken die Uhren hier etwas anders? Wir haben bei Kurt Radtke, Leiter der Touristik GmbH Südliches Ostfriesland, nachgefragt.
„Wir lassen die Dinge auf uns zukommen“
„Ich gönne mir ein stückweit Gelassenheit“, sagte Radtke im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir lassen die Dinge auf uns zukommen, denn wir können sie ohnehin nicht ändern.“ Natürlich, so Ratke weiter, gebe es viele Dinge, die die Touristiker umtreibt, wie beispielsweise die steigenden Energiekosten, und die Hotels hätten auch zu kämpfen. Allerdings beobachtet er auch, dass das Interesse am ostfriesischen Binnenland ungebrochen ist. Und auch auf Borkum sei immer noch „gut was los“, erklärte der Leeraner Tourimus-Chef.
Die Menschen wollen wieder etwas erleben
„In den Wintermonaten sind zwar weniger Gäste da und es ist dann ruhig in Ostfriesland, aber die Leute wollen jetzt wieder etwas erleben und nicht nur zuhause auf dem Sofa sitzen“, ist Radtke überzeugt. „Die Weihnachtsmärkte ziehen jetzt wieder die Leute an und die Wohnmobilisten sind sowieso immer unterwegs.“
Vorsichtig optimistisch
Generell – also auch über den kommenden Winter hinaus – würde er vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken. „Ich kann aktuell nicht von einem Einbruch bei der Nachfrage reden“, sagte der Leiter der Tourismus GmbH Südliches Ostfriesland. „Wir haben bereits 560 Buchungen für das kommende Jahr.“ Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum 2021 lagen 408 Zimmerbuchungen für das darauffolgende Jahr vor. Und der Urlaubskatalog für 2023 sei inzwischen auch schon in der Mache. Da die Tourismusbranche allerdings keine Glaskugel besitzt, um damit in die Zukunft zu blicken, und damit folglich noch nicht weiß, wie es mit der Energiekrise, Inflation etc. weitergeht, sind im Katalog Ab-Preise für die Ferienunterkünfte angegeben. „So können die Vermieter flexibel reagieren“, erklärte Radtke.
