Landkreis Leer - Im Landkreis Leer startet kommendes Jahr ein neues Pilotprojekt – dieses Mal eines auf Rädern: Die Weser-Ems Busverkehr GmbH will versuchsweise fünf Wasserstoffbusse auf den konzessionierten Linien 620 Leer-Weener-Bunderneuland, 621 Leer-Warsingsfehn-Emden, 622 Leer-Ihrhove-Papenburg, 623 Leer-Augustfehn, 624 Leer-Weener-Bunderhee-Kanalpolder, 632 Weener-Bunde-Wymeer, 635 Leer-Wymeer und 656 Burlage-Ostrhauderfehn-Backemoor-Leer fahren lassen. Betankt werden sollen die Busse mit grünem Wasserstoff an einer neuen öffentlichen Wasserstofftankstelle, die planmäßig verkehrsgünstig errichtet werden soll. Das teilte die Kreisverwaltung Leer während der Kreistagssitzung mit.
Einsatz von Wasserstoffbussen in Schleswig-Holstein erprobt
Die Weser-Ems-Bus gehört zur Region Nord von DB Regio Bus, sprich zum Konzern der Deutschen Bahn. „In Schleswig-Holstein hat das Unternehmen bereits gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Wasserstoffbussen gemacht. Weser-Ems-Bus kümmert sich als eigenwirtschaftliches Verkehrsunternehmen um die Anschaffung, Inbetriebnahme und Instandhaltung der neuen Fahrzeuge, die selbstverständlich auch den aktuellen Anforderungen an Barrierefreiheit genügen“, erläuterte die Kreisverwaltung zu dem Vorhaben.
Zuschuss von bis zu einer halben Million pro Jahr
Doch es gibt auch einen Haken: Das Pilotprojekt gibt es nicht zum Nulltarif. Jährlich wird der Landkreis Leer ab 2024 maximal 480.000 Euro für sieben Jahre bereitstellen müssen, damit das Pilotprojekt auch realisiert werden kann. Eine Summe, die unter anderem auch notwendig wird, weil Aufgrund der Neuartigkeit der H2-Technologie erhebliche Anforderungen mit dem Betrieb der Busse verbunden sind, etwa Instandhaltung und Wartung, Werkstatt, Personal und Qualifizierung. Außerdem müssen die bereits vorhandenen Fahrzeuge als Rückversicherung weiterhin vorgehalten werden. Macht 96.000 Euro pro Fahrzeug für die Dauer von sieben Jahren.
Ergebnis des Pilotprojekts wird kommuniziert
Die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt sowie die im Zusammenhang stehenden Entwicklungen „werden kommuniziert und können auf andere Verkehrsunternehmen übertragen werden“, hieß es noch abschließend. Insofern könnte eine Öffnung auch für weitere Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Schlussendlich stimmte der Kreistag dem Pilotprojekt zu.
