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Weitere Stolpersteine sollen verlegt werden Initiativ-Gruppe in Leer sucht weitere Mitstreiter – mehr als 200 Stolpersteine könnten es mal werden

Künstler Gunter Demnig bei der Verlegung von Stolpersteinen in Leer.

Künstler Gunter Demnig bei der Verlegung von Stolpersteinen in Leer.

Brahms/Initiativgruppe

Leer - Der mittlerweile 98-jährige Ausschwitz-Überlebende Albrecht Weinberg hatte die Aktion für Leer angestoßen: Die Verlegung von Stolpersteinen durch den Künstler Gunter Demnig, die an die Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus erinnern sollen. Im Oktober 2022 sowie jetzt im März 2023 sind insgesamt 32 solcher Gedenksteine in der Ledastadt verlegt worden. Die Initiativgruppe Stolpersteine will nun das weitere Vorgehen zur Verlegung weiterer Stolpersteine besprechen und – so sagt Bernd-Volker Brahms, Mitglied der Initiativgruppe – neue Mitstreiter zur Mitarbeit animieren.

Viel Unterstützung bei den ersten beiden Verlegungen

Die Besprechung findet am kommenden Freitag, 8. September, ab 16.30 Uhr in der Ehemaligen Jüdischen Schule (EJS) in Leer statt. Jeder, der Interesse hat, mitzuwirken, dass weitere Stolpersteine verlegt werden können, ist zu dem Treffen eingeladen. In einer Mitteilung der Initiativgruppe heißt es, dass für verschiedenen Arbeitsgruppen wie beispielsweise „Recherche“ noch Helfer gesucht werden. „Wir haben bei unseren ersten zwei Verlegungen sehr viel Unterstützung erfahren“, sagte Brahms. Vor allem habe es zahlreiche Spenden für das Projekt gegeben, so dass unvermindert weitergemacht werden kann. Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte er, dass jeder Stolperstein 120 Euro kostet. „Das Geld geht an den Künstler Gunter Demnig, der das Projekt Stolpersteine Mitte der 1990er-Jahre entwickelt hat. Steinmetze in seinem Team erstellen die Steine“, so Brahms weiter.

Mehr als 200 Stolpersteine denkbar

Im Juni 2024 sollen weitere Stolpersteine verlegt werden. Die Initiativgruppe ist der Auffassung, dass in Leer mehr als 200 Stolpersteine verlegt werden könnten, „zumal auch nichtjüdische Opfer des Nationalsozialismus berücksichtigt werden sollten“, heißt es in einer Mitteilung. „Man kann nicht genau beziffern, wie viele nichtjüdische Opfer es gegeben hat. Aber darum geht es auch gar nicht, wirklich jeden zu erfassen. Das ganze Projekt ist etwas Fragmentarisches. Letztendlich kann man auch nicht für sechs Millionen jüdische Menschen Stolpersteine verlegen“, erklärte Brahms. Und weiter: Aber wir sind in der Recherche, sowohl was die jüdischen Opfer angeht als auch nichtjüdische. Beispielsweise soll der ehemalige Leearaner Bürgermeister Erich von Bruch einen Stolperstein bekommen, er hat sich 1933 unter dem Druck der Nazis in seinem Büro im Rathaus das Leben genommen. Es sind aber auch Steine für Homosexuelle, Sinti und Roma oder auch Zwangsarbeiter denkbar.“

Das Projekt wird zusammen mit der Ehemaligen Jüdischen Schulen und deren Leiterin Susanne Bracht sowie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden Wolfgang Kellner sowie der Stadt Leer und dem Landkreis vorangetrieben. „Wir haben eine Lenkungs- und eine Recherchegruppe, suchen aber noch weitere Mitstreiter“, wird Brahms in der Mitteilung zitiert. Im Kern besteht die Initiativgruppe aus etwa 15 Personen, die die ersten beiden Verlegungen organisiert haben. Aber auch durch Spenden habe die Initiative viel Unterstützung erfahren, so Brahms.

Angehörige werden gesucht

Über weitere Mitstreiter hinaus suchen die Beteiligten auch nach Möglichkeiten, mit Nachfahren in Kontakt zu treten. Auch schon bei den ersten beiden Verlegungen waren Angehörige aus Israel, Kanada und den Niederlanden mit vor Ort.

Maike Hoffmeier
Maike Hoffmeier Ostfriesland-Redaktion/Leer
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