Was läuft gut und wo gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten? Claus-Peter Horst und Stadtwerke-Vorstand Timo Kramer haben sich mit uns darüber unterhalten.
Stadtwerke-Vorstand Timo Kramer Bild: Stadtwerke Leer
Der Leeraner Bürgermeister Claus-Peter Horst Bild: Privat
Wie hat sich der Leeraner Hafen aus Ihrer Sicht in den vergangenen fünf Jahren entwickelt?
Timo KramerInsgesamt positiv. Trotz der Corona-Krise liefert der Umschlag im Industriehafen stabile Zahlen mit einer leicht positiven Tendenz – gerade im Hinblick auf den Seegüterverkehr. Einen positiven Einfluss darauf hatte sicherlich auch die Inbetriebnahme eines weiteren Umschlagplatzes durch die Huneke Straßen- und Tiefbau GmbH.
Und wie soll sich der Hafen in den kommenden fünf Jahren entwickeln?
Claus-Peter HorstZiel muss es sein, dass die Erfolgsgeschichte des Leeraner Industriehafens fortgeschrieben werden kann. Voraussetzung dafür ist es, ihn als größtes Leeraner Gewerbegebiet in städtebaulicher Hinsicht in seinem Bestand zu schützen. Gerade die Modernisierung der Seeschleuse und das Ausbaggern der Fahrrinne sind insofern auch als wichtige Signale der Stadt Leer an die Anrainer zu verstehen. Diese Sicherheit führt zu Investitionen, die den Hafen weiter nach vorne bringen werden.
Gibt es am Hafen überhaupt noch Entwicklungspotenzial – also freie Flächen für Unternehmen?
HorstBeim Stichwort Entwicklungspotenzial geht es mir in erster Linie darum, die Anrainer zu unterstützen, die schon seit Langem in Leer sind. Wir möchten für sie optimale Rahmenbedingungen schaffen, damit sie sich an ihrem Standort nach ihren Vorstellungen entwickeln können. Es gibt bei Anrainern durchaus Pläne, neue Geschäftsfelder zu erschließen.
Worum geht es? Vom Wohnraum über die Nutzung als Sportstätte bis zum Wirtschaftsfaktor. Der Hafen ist für Leer ein zentraler Dreh- und Angelpunkt – sowohl für Touristen als auch für Einheimische. In unserer Serie „Hafenleben Leer“ beleuchten wir alle Seiten. Wie funktioniert die Seeschleuse? Wer arbeitet beim Hafenumschlag und wie lässt es sich dort leben?
Die nächsten Teile der Serie: Dies ist der zehnte und letzte Teil der Serie.
Alle anderen Serienteile finden Sie in unserem Spezial unter www.NWZonline.de/hafenleben-leer
KramerWas Neuansiedlungen betrifft, sind die Optionen flächenmäßig begrenzt. Es gibt aber noch vereinzelt Grundstücke, die sich in Privat- oder Firmenbesitz befinden und unter Umständen für Neuansiedlungen oder Betriebserweiterungen in Frage kommen könnten. Hier bietet sich insbesondere die Ausdehnung der Geschäftstätigkeit bestehender Unternehmen an, wofür wir die Infrastruktur aus Straße, Hafen und Schiene bereitstellen möchten.
Welche Wünsche hören Sie von den Anrainern zur künftigen Entwicklung?
HorstPriorität haben auch mit Blick in die Zukunft immer die verlässliche Tiefe des Fahrwassers und die Garantie der uneingeschränkten Erreichbarkeit durch die Seeschleuse. Was das betrifft, haben wir als Stadt wichtige Weichen gestellt.
KramerUm ein Problem bei der Wassertiefe zu vermeiden, setzen wir bei den Stadtwerken auch auf ein eigenes System, das hilft, den Hafen von Schlick zu befreien. Das funktioniert so, dass wir mithilfe unseres Arbeitsschiffs „Krabbe“ den einfließenden Schlick über einen Jetbalken mit Wasserdruck anspritzen, um ihn mobil zu halten. Dieser wandert daraufhin über ein natürliches Gefälle zum tiefsten Punkt im Hafen direkt vor der Schleuse, um von dort aus wieder aus dem Hafen gepumpt zu werden. Aktuell sind wir dabei, dieses System weiter zu optimieren, um uns noch unabhängiger von Baggerungen zu machen.
