Leer - Freizeit, Wohnen und Arbeiten: Der Leeraner Hafen wird vielfältig genutzt. Für die niedersächsische Hafenmarketing-Gesellschaft „Seaports of Niedersachsen“ gehört er aber vor allem zu den wichtigsten kommunalen Binnenhäfen im Land. Dabei kommt Leer sogar eine Doppelrolle zu. Als See- und Binnenhafen ist die Stadt wasserseitig zum einen über den Dortmund-Ems-Kanal vom Ruhrgebiet und den Benelux-Staaten aus erreichbar. Zum anderen sind die tidefreien Liegeplätze durch die Seeschleuse über die Ems mit der Nordsee – und damit mit den Weltmeeren - verbunden.
Existenzgrundlage für Anrainer
Für viele Anrainer im Hafen ist er die Existenzgrundlage, die vielen Hundert Menschen Arbeit bietet. „Der Hafen ist ein Wirtschaftsstandort, der sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Branchen auszeichnet“, heißt es dazu von der Hafenwirtschaftsvereinigung Leer. Sie vertritt die Interessen der im Hafen beheimateten Firmen.
Worum geht es? Vom Wohnraum über die Nutzung als Sportstätte bis zum Wirtschaftsfaktor. Der Hafen ist für Leer ein zentraler Dreh- und Angelpunkt – sowohl für Touristen als auch für Einheimische. In unserer Serie „Hafenleben Leer“ beleuchten wir alle Seiten. Wie funktioniert die Seeschleuse? Wer arbeitet beim Hafenumschlag und wie lässt es sich dort leben?
Die nächsten Teile der Serie: Im kommenden und letzten Teil geht es um die Zukunftsplanung.
Weitere Serienteile finden Sie in unserem Spezial unter www.NWZonline.de/hafenleben-leer
Die Vielfalt der Unternehmen ist groß: Seit Jahrzehnten sind dort Dünge- und Futtermittelhersteller ansässig. Zudem finden sich dort zwei Werften, Reedereien, Zulieferer sowie Baustoffhändler und Unternehmen des Eisen- und Schrotthandels. Pro Jahr werden mehrere 100.000 Tonnen an verschiedenen Gütern per Binnenschiff, Seeschiff oder Hafenbahn umgeschlagen. Spitzenreiter sind dabei Dünger, Futter, Schüttgut, Getreide, Eisen und Schrott.
Branchenmix als Schlüssel zum Erfolg
Für Stadtwerke-Vorstand Timo Kramer ist dieser Branchenmix der Schlüssel zum Erfolg des Hafens. „Trotz der Coronakrise, die wir zwischenzeitlich auch gespürt haben, liefert der Umschlag im Industriehafen stabile Zahlen mit einer leicht positiven Tendenz“, sagt er. Und er blickt optimistisch in die Zukunft. „Dank des Ausbaggerns können wir größere Seeschiffe nach Leer holen.“ Deshalb geht er davon aus, die Umschlagzahlen weiter verbessern zu können. Zudem gebe es Gespräche, die für zusätzlichen Umschlag über die Hafenbahn sorgen sollen. „Auch das stimmt mich positiv.“
Im Leeraner Hafen werden pro Jahr mehrere 100.000 Tonnen umgeschlagen. Bild: Stadtwerke Leer
Der Leeraner Hafen solle künftig zudem in Sachen Klimaschutz eine Vorreiterrolle spielen. „Es geht darum, weg zu kommen vom Transportweg Straße, hin zum umweltfreundlicheren Umschlag über den Wasserweg. Zudem wollen wir verstärkt den Vorteil unserer Anbindung ans Schienennetz nutzen. Schon 2021 hat unsere Hafenbahn ihr Ergebnis deutlich verbessert,“ sagt Timo Kramer.
