Ostfriesland - Niedersachsen will 2,2 Prozent seiner Fläche für den Betrieb von Windrädern ausweisen – doppelt so viel wie bisher. Das Land will die Kreise und Großstädte verpflichten, deutlich mehr Flächen für Windenergie vorzuhalten, wie Energieminister Christian Meyer (Grüne) jüngst in Hannover ankündigte. Bedeutet: Auch in Ostfriesland wird es künftig mehr Windkraftanlagen geben – und damit rücken die Anlagen in so mancher Gemeinde auch näher an die Wohngebiete heran.
Wertverlust für Immobilien auf dem Prüfstand
Keine leichte Situation für die Immobilienbesitzer, fürchten doch viele einen Wertverlust des Eigenheims. Der für Ostfriesland zuständige Gutachterausschuss für Grundstückswerte Niedersachsen nahm sich der Sache an und untersuchte, ob es ein Problem ist. „Um einen möglichen Einfluss festzustellen, wurde im Zuständigkeitsbereich des Gutachterausschusses eine Untersuchung der Kaufpreise von Einfamilienhausgrundstücke in der Nähe von Windenergieanlagen durchgeführt“, hieß es diese Woche im Zuge der Bekanntgabe des aktuellen Grundstücksmartkberichts. Dabei kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass im Untersuchungsgebiet und -zeitraum vorhandene Windenergieanlagen keine negativen Auswirkungen auf die Kaufpreise benachbarter Häuser hatten.
Drei Kontrollgruppen
Untersucht worden waren die Kaufpreiserwartung und der schlussendlich tatsächlich gezahlte Kaufpreis in den Jahren 2005 bis 2012. Dabei wurden die Immobilien in drei Kategorien zusammengefasst: Wohnhäuser mit einer Entfernung kleiner als 500 Meter und somit in unmittelbarer Nähe zu einer Windenergieanlage, hier ging es um 22 Objekte. Die zweite Gruppe der Grundstücke lag innerhalb eines Radius von 1000 Metern um eine Windenergieanlage (174 Objekte) und Gruppe Nummer drei waren alle übrigen verkauften Einfamilienhausgrundstücke mit einer Entfernung größer als 1.000 Meter von einer Windenergieanlage und somit ohne Einfluss einer Windenergieanlage definiert (872 Objekte).
Fazit fällt eindeutig aus
„Zusammenfassend wurde aus der Untersuchung festgestellt, dass vorhandene Windenergieanlagen die Kaufpreise der umliegenden Immobilien mit Einfamilienhausgrundstücken nicht signifikant beeinflussten und somit Windenergieanlagen in der Region keinen negativen Einfluss auf die Kaufpreisbildung hatten. Dieses Ergebnis ist unabhängig von der Entfernung der Windenergieanlagen zu den Wohnhäusern. Ob dieses Ergebnis künftig auch auf größere Anlagen der neuen Generation mit Turmhöhen von 100 bis 150 Meter zutrifft, lässt sich aktuell noch nicht belegen“, so der Gutachterausschuss abschließend bei seiner Präsentation am Donnerstag.
