Landkreis Leer - Immer wieder kommt es in Ostfriesland zu Wolfsrissen – auch im Kreis Leer. Zuletzt wurden hier in Neermoor und Rorichum Schafe gerissen.
Für die CDU-Kreistagsfraktion ist es nun dringend Zeit, das Thema „Umgang mit dem Wolfsvorkommen“ auf die Tagesordnung zu setzen. Und so beantragt sie eine entsprechende Beratung für die nächste Sitzung des Umweltausschusses am 24. Mai.
Welche Handlungsmöglichkeiten haben lokale Behörden?
Aus Sicht der Christdemokraten ergibt sich durch die neue Wolfsproblematik ein Komplex an Fragen, der beantwortet und beraten werden muss: „Dazu gehört unter anderem die Beurteilung der rechtlichen beziehungsweise naturschutzfachlichen Situation seitens der Kreisverwaltung zum Umgang mit dem Vorkommen des Wolfes“, führt Gerd Dählmann in einer Pressemitteilung zu dem Antrag aus. Er war es auch, der den Antrag federführend gestellt hat. Geht es nach ihm, sollte zudem darüber informiert werden, welche Handlungsmöglichkeiten der Gesetzgeber den lokalen Behörden derzeit lässt.
Referent soll Antworten liefern
Darüber hinaus beantragt die CDU auch die Einladung des Referenten Michael Gertenbach. Gertenbach, so erläutern die Christdemokraten weiter, ist Fachberater für Schaf- und Ziegenzucht der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Viele Weidetierhalter sind derzeit verunsichert und ändern ihre Tierhaltung in dieser Notlage von einer ursprünglichen Weidehaltung in eine Stallhaltung. Hier muss geklärt werden, welche veterinärbehördlichen und tierschutzrechtlichen Fragen sich durch verändere Tierhaltungsbedingungen ergeben“, so Dählmann.
Resolution geplant
Parallel hat die CDU-Kreistagsfraktion für die nächste Sitzung des Kreistages den Beschluss einer Resolution zum Umgang mit dem Wolf beantragt. „Mit dieser Resolution soll der Kreistag des Landkreises Leer an alle zuständigen Stellen appellieren, die Rechtsetzung zum Schutz des Wolfes so zu ändern, dass ein sicheres Leben und Wirtschaften auf dem Land und in der Stadt für Mensch und Tier möglich werden und bleiben“, sagt Grietje Oldigs-Nannen, Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion.
Wolfsfreie Zone gefordert
Konkret heißt es in der Resolution unter anderem: „Vor diesem Hintergrund fordern wir, in Abwägung des Artenschutzes mit den Belangen des Küsten- und Hochwasserschutzes, also der Deichsicherheit, sowie mit Blick auf die sich häufenden Angriffe auf durch vorgeblich wolfsichere Schutzzäune geschützte Nutztiere und das Eindringen von Wölfen in offenen Stallungen, also bedrohliches und artfremdes Verhalten von Wölfen in der Region, die ostfriesische Halbinsel zur wolfsfreien Zone zu erklären.“
Jägerschaft soll unterstützt werden
Gleichzeitig wird in dem Papier ein beschleunigtes Verfahren zur Abschussfreigabe und finanzielle Unterstützung der Jägerschaft zum Kauf von erforderlichem Equipment, etwa Nachtsichtgeräte, gefordert. Ebenso appellieren die Verfasser der Resolution dafür, dass die Namen derjenigen, die die Wölfe schlussendlich schießen, verschwiegen werden, damit sie nicht von Wolfsbefürwortern angegriffen werden. Schlussendlich werden noch Pufferzonen zu den wolfsfreien Zonen sowie eine Umsiedlung oder komplette Entnahme der vorhandenen Wölfe und Rudel genannt.
Sitzung Ende Juni
Ob die Resolution eine Mehrheit findet, wird sich bei der nächsten Kreistagssitzung zeigen. Diese ist für den 27. Juni terminiert.
