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„Wanderwolf“ streift durch Ostfriesland Wolf reißt zwei weitere Schafe auf Deich in Leer

In Leer war ein Wolf an der Deichstraße auf Beutezug.

In Leer war ein Wolf an der Deichstraße auf Beutezug.

Swen Pförtner/dpa

Leer - Nachdem am gestrigen Donnerstag, 10. März, ein Wolfsriss zwischen Terborg und Rorichum in Moormerland gemeldet wurde, gab es am heutigen Freitagmorgen, 11. März, einen weiteren Zwischenfall. Und zwar in Leer. Auf dem Deich an der Leeraner Deichstraße fand ein Schäfer gegen 9 Uhr zwei tote Schafe. Das berichtet die Deichacht Moormerland auf Anfrage der Nordwest-Zeitung. Bei den Schafen handle es sich um tragende Muttertiere, die einer Herde von etwa 200 Tieren angehörten, mit deutlichen Biss- und Risswunden im Bereich der Kehle und des Bauches. Die Deichacht bestätigt einen erneuten Wolfsriss. Man gehe davon aus, dass es sich um den gleichen Wolf handelt, der am Donnerstag bereits in Moormerland auf Beutezug war. Das müsse nun anhand von DNA-Proben nachgewiesen werden, so die Deichacht.

Wolf dicht am Straßenrand in Wybelsum: Einer von mehreren Schnappschüssen, die am Mittwoch per WhatsApp kursierten.

NACH DER SICHTUNG IN EMDEN Wohin der Wybelsumer Wolf weitergezogen sein könnte

Gaby Wolf
Emden

Leer ist nicht sein Revier

„Das Tier ist sehr wahrscheinlich ein Wanderwolf. Eventuell ein Jungtier, das hier durch die Region streift“, erklärt Gerd Oncken. Der Wolfsberater des Landkreises Leer ist zuversichtlich, dass der Wolf weiterziehen wird, da er hier in Ostfriesland kein natürliches Revier vorfindet. „Dazu fehlt es in dieser Region an ausreichend Schwarz- und Damwild. Außerdem haben wir kaum Waldflächen, in denen sich Wölfe heimisch fühlen“, erklärt er.

Menschen brauchen laut des Experten keine Angst haben.

„Ich habe noch von keinen Vorfällen gehört, wo der Mensch mit dem Wolf in freier Wildbahn Aug’ in Aug’ stand.“

Menschen nicht gefährdet

Oncken erklärt: In ihrem natürlichen Habitat laufen Wölfe entlang der Wildwechsel. In Dörfern oder am Stadtrand, streift Wild auch über die Straße. So sind Fotos von Wölfen auf Landstraßen oder Nahe Siedlungen erklärbar. Es ist aber fast unmöglich, als Mensch beim Spaziergang einem Wolf zu begegnen. Diese wittern und sehen den Menschen schon aus weiter Distanz und halten Abstand. Auf seine Hunde müsse man trotzdem aufpassen, da Wölfe keine Artverwandten in ihrem Revier akzeptieren. Vereinzelte Wolfssichtungen melden nicht selten Landwirte, die zum exakten Zeitpunkt auf dem Feld im Trecker saßen. An Fahrzeuge wie Landmaschinen habe sich der Wolf gewöhnt.

Ein Wolf streifte am Montag über Felder in Wirdum.

SICHTUNG IM LANDKREIS AURICH Wolf streift über Ländereien im Landkreis Aurich und reißt Schafe

Aike Sebastian Ruhr
Wirdum

Laut Klatschen

Kreuzt man doch einmal den Weg eines Wolfes, braucht der Mensch keine Panik haben. „Es reicht, wenn man sich im selben Moment groß macht, in die Hände klatscht und laut ruft“, so Oncken. Dieses Verhalten verschrecke den Wolf, woraufhin er wegläuft. „Aber nicht selbst wegrennen“, warnt er: „Wegrennen weckt beim Wolf den Jagdtrieb.“ Wölfe seien neugierige Tiere, die jeden Fremdkörper, der sich bewegt, beschnuppern wollen. Ähnlich wie bei Hunden. Nach erfolgter Beschnupperung ziehen sie in der Regel schnell weiter.

Jan-Ole Smidt
Jan-Ole Smidt Redaktion Varel
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