Friedeburg - Die Uhr tickte immer weiter runter. Doch das beunruhigte die Friedeburger Landjugend am Wochenende keineswegs. Sie war sich sicher, dass sie ihre Aufgabe innerhalb von 72 Stunden schaffen wird – und zwar mit einem breiten Netzwerk und viel Zusammenhalt. Zu Recht, wie sich am Sonntagabend herausstellte.
Der im Jahr 2020 gegründete Verein hat von Freitag bis Sonntag an der 72-Stunden-Aktion der Niedersächsischen Landjugend teilgenommen. Doch was hat es mit dieser Aktion eigentlich auf sich? Der dreitägige Wettbewerb gibt jungen Menschen die Möglichkeit, sich zu engagieren und den eigenen Ort aktiv mitzugestalten. Klingt eigentlich ganz einfach. Ein wenig Nervenkitzel war dann aber doch dabei.
Die Aufgabe, die aus den Bereichen Dorferneuerung, Kulturpflege oder auch Naturschutz kommen konnte, wurde bis kurz vor Beginn der Aktion geheim gehalten. Björn Fischer (CDU) hatte die Aufgabe und brachte als Agent am Donnerstagabend Licht ins Dunkel.
Suche nach Projekt
„Ich bin in den letzten Wochen durch die Gemeinde gefahren und habe ganz aufmerksam links und rechts geschaut. Und da ist mir der Wanderunterstand ,Hütte unter den Eichen’ im Ortsteil Dose ins Auge gefallen“, erzählte Fischer. Die Aufgabe war, die Hütte im Streitfelder Weg, für die sich ansonsten eine Seniorengruppe verantwortlich zeigt, innen und außen optisch aufzuwerten. Zudem sollte ein Grillplatz neben der Hütte angelegt werden – und das alles innerhalb von nur drei Tagen.
Zum Glück verfügt der Landjugendverein über ein breites Netzwerk. Rund 50 tatkräftige Mitglieder standen kurzfristig parat. Und die Materialien und die notwendigen Gerätschaften waren ebenfalls schnell besorgt, sodass die Aufwertung der Hütte am Freitagmorgen mit voller Energie und Tatendrang starten konnte.
Die Mitglieder der Landjugend, die sich an der Aktion beteiligten.
Das Projekt bot der Landjugend viele Arbeiten. Doch damit konnte sie umgehen. „Viele unserer Mitglieder sind Fensterbauer, Maurer, Gärtner oder arbeiten in einem Lohnunternehmen. Das ist dann schon ganz hilfreich“, so Maike Heyen, Vorsitzende der Landjugend. Und so wurde in der Wanderhütte nicht nur eine neue Eingangstür eingebaut. Neue und zusätzliche Fenster sorgen fortan für mehr Helligkeit im Inneren. Die Bauteile wurden übrigens von Firmen aus der Umgebung gespendet.
Zuspruch der Gemeinde
Für eine neue Innenbeleuchtung, die sogar dimmbar ist, zeigten sich Renke Heyen und Erik Gahl verantwortlich, währenddessen eine größere Arbeitergruppe neben der Hütte einen Grillplatz anlegte. Und Radfahrer können ihr Fortbewegungsmittel fortan auf einer neu gepflasterten Fläche abstellen. Doch damit nicht genug: den vorhandenen Stühlen und Tischen wurde ein neuer Anstrich verpasst. „Und das Dach der Hütte wird bis Sonntagabend auch noch geschrubbt“, erzählte Pressewartin Laura Asche am Samstag. Sie freute sich darüber, dass diese Aktion in der Gemeinde viel Aufmerksamkeit und Zuspruch erfahren konnte. „Die komplette Verpflegung für die drei Tage wurde gespendet. Zusätzlich wurden uns dann auch noch Kuchen und Eis vorbeigebracht“, so Asche.
Vereinskollege Hauke Heyen bestätigte außerdem, dass er beim Einkauf der Baumaterialien von vielen Friedeburgern auf die 72-Stunden-Aktion angesprochen wurde. Alles in allem also erfolgreiche drei Tage für den 280 Mitglieder großen Landjugendverein in Friedeburg, der die Aufwertung des Wanderunterstands „Hütte unter den Eichen“ am Sonntagabend mit einem Grillfest rechtzeitig abschließen konnte. „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir wären bei der nächsten Aktion sofort wieder mit dabei“, sagte Laura Asche.
