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Neubau in Esens Eine Perspektive für den Ärzte-Nachwuchs

Esens - Junge Ärzte auszubilden und ihnen mit einem modernen Umfeld einen attraktiven Arbeitsplatz bieten – das hat sich Oliver Dübbel vorgenommen. Der Esenser Arzt hat im zurückliegenden Jahr an der Auricher Straße nahe der so genannten Kutschinski-Kreuzung einen modernen Neubau errichtet, der gute Voraussetzungen und barrierefreie Praxisräume bietet. „Die Praxis ist oftmals älter als die Ärzte“, weiß der Mediziner aus Erfahrung.

Immer wieder hatte Dübbel, der 2016 zunächst als Assistenzarzt in der Praxis von Dr. Ulrike Borrmann hinzukam, festgestellt, dass die Räume im denkmalgeschützten Gebäude am Herrenwall gerade bei kranken, älteren und mobilitätsbeeinträchtigten Menschen Grenzen aufzeigen. So sei sein Blick schon seit Jahren in Richtung eines Neubaus gegangen, sagt der Mediziner.

Spezielles Konzept

Daher hat der 43-Jährige an der Auricher Straße das Grundstück der Erbenfamilie Hüls erworben und dort während der Corona-Zeit ein Gebäude errichtet, das ebenerdige, modern gestaltete Behandlungsräume bietet. „Hierfür habe ich mir in der Schweiz und den Niederlanden Arztpraxen angesehen und die sinnvollsten Aspekte für mein Projekt aufgenommen“, berichtet Oliver Dübbel. So konzipierte er separate Bereiche für die Behandlungsräume und für die Funktionsräume. Die Anmeldung der Bestellpraxis sei mit einem rückwärtigen Büro versehen, in dem zwei Mitarbeiter Anrufe entgegennehmen.

Neben den 20 barrierefreien Parkplätzen hat Dübbel eine separate Zufahrt geschaffen, über die Patienten im Rollstuhl oder per Krankentransport mittels einer Überdachung ins Gebäude gelangen können. „Das ist in Ostfriesland wohl einmalig“, sagt der Mediziner.

Niedrigenergiehaus

Das Niedrigenergiehaus mit Wohnungen im Obergeschoss ist in KfW 40plus-Ausführung vollständig autark. „Die Photovoltaikanlage sorgt für den Strom, eine zentrale Lüftungsanlage und Luftwärmepumpe für ein gutes Raumklima.“ Mittels eines digitalen Energiekonzepts könnten sogar die Temperaturen und Jalousien gesteuert, die Lichtfarbe der LED-Beleuchtung eingestellt werden; das Licht in nicht genutzten Räumen schaltet sich automatisch aus. Alle Behandlungsräume verfügen über Möglichkeiten des EKG-Schreibens und einen speziellen Legionellenschutz bei den Waschbecken. „Die Patienten sollen von den Vorteilen der digitalen Welt profitieren.“ Dübbel: „Vom Gaspreis sind wir komplett unabhängig.“

Eine besondere Verbindung hat Oliver Dübbel mit dem Esenser Künstler Horst Buldt. So sind dessen Werke nicht nur in sämtlichen Räumen zu finden. Am 9. Dezember wird Dübbel die 51. Kunst-Bärenskulptur überreicht, dessen Gestaltung durch Buldt der Mediziner noch gar nicht kennt.

Ärzte-Ausbildung

„Parallel zu den Bauarbeiten habe ich eine Ermächtigung für die Ausbildung junger Ärzte zum Facharzt für Allgemeinmedizin im Zeitraum von 18 Monaten erlangt“, erklärt der Facharzt. So plane er, Medizinstudenten auszubilden, wofür die Infrastruktur im Haus ebenfalls speziell ausgelegt ist. Daraus könne sich dann die Chance ergeben, dass sich ein weiterer Hausarzt in Esens niederlässt. Oliver Dübbel will in dieser Hinsicht so gut unterstützen wie es geht.

Der gebürtige Esenser hatte ursprünglich geplant, neben der Hausarztpraxis Esens gleichzeitig einen zweiten Komplex für ergänzende medizinische Angebote zu errichten. Doch wegen der Unsicherheit in dieser Zeit und vor allem der kaum kalkulierbaren Bau- und Materialkosten hat er dies zunächst zurückgestellt. Das Grundstück indes bietet grundsätzlich die Möglichkeit, drei Gebäudeteile zu errichten. Im Vorfeld der kommunalen Bauleitplanung war von einer zusätzlichen Ansiedlung einer Apotheke und eines Sanitätsgeschäfts die Rede gewesen.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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