Kreis Wittmund - Der Landkreis Wittmund möchte das sogenannte Willkommenzentrum weiterhin aufrechterhalten. Die Verwaltung sieht die Einrichtung als wichtige Zwischenstelle bei der Aufnahme von Geflüchteten im Landkreis. Der erste Kreisrat Uwe Cassens nutzte bei der Sitzung des Sozialausschusses am Montag die Gelegenheit, die aktuellen Entwicklungen im Landkreis Wittmund vorzustellen.
Unter dem Durchschnitt
Derzeit leben 4523 Ausländer im Landkreis Wittmund. Davon haben 2285 einen Fluchthintergrund. Mit einem Ausländeranteil von 7,7 Prozent von der Gesamtbevölkerung liegt der Landkreis Wittmund nicht nur unter dem Durchschnitt von Niedersachsen (11,8 Prozent), sondern auch unter dem bundesweiten Durchschnitt (14,6 Prozent), erklärt Cassens.
Unter den 2285 Personen mit Fluchthintergrund sind 407 Asylbewerber im laufenden Verfahren und 216 deren Asylbewerbung abgelehnt wurde. Bei 685 Personen war das Asylverfahren erfolgreich. 844 Menschen kommen aus der Ukraine. Bei dem Rest der Geflüchteten handelt es sich um afghanische Ortskräfte und Personen mit sonstigem Bleiberecht.
Auch bei den Zuweisungen in den vergangenen Jahren gab es für den Landkreis Wittmund einen deutlichen Anstieg. Wurden dem Landkreis Wittmund im Jahr 2021 noch 167 Flüchtlinge zugewiesen, waren es im Jahr 2022 1176, davon kamen 1032 aus der Ukraine. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es 529.
Das bedeutet, dass zeitweise 15 bis 20 Menschen wöchentlich im Landkreis Wittmund angekommen sind. Derzeit sind es etwa fünf Menschen pro Woche. „Ursprünglich sollte das Willkommenszentrum nur für Menschen aus der Ukraine sein, doch mittlerweile kommen hier Menschen aus viele Nationen erst einmal an, bevor sie weitervermittelt werden“, sagt Cassens.
Verschiedene Herkunftsländer
Hauptherkunftsländer sind, laut der Statistik des Landkreises, derzeit Kolumbien, Syrien und die Ukraine. „Aber es zeigt sich, dass die Asylverfahren der Kolumbianer meistens keinen positiven Ausgang haben. Sie verbleiben also nicht hier“, erklärt der erste Kreisrat. Seien aber erstmal vor Ort und würden genau wie alle anderen aufgenommen und so schnell wie möglich in Wohnraum vermittelt.
Nach wie vor kommen also viele Menschen im Landkreis Wittmund an. Das stellt die Verwaltung auch weiterhin vor Herausforderungen. Insbesondere das Finden von passenden Wohnungen werde immer schwieriger, erklärt Cassens. Auch die Dauer der Asylverfahren, das Finden von passenden Schulen und Kita-Plätzen sowie die ärztliche Versorgung seien Herausforderungen, mit denen sich die Kreisveraltung konfrontiert sieht.
