Aurich - Unnötig Zittern mussten die Drittliga-Handballer des OHV Aurich in der Partie gegen Schlusslicht DHK Flensborg. 37:34 hieß es nach einer wilden Schlussphase in der Sparkassen-Arena.

Zunächst kamen die Gäste gut ins Spiel hinein und hielten das Spiel lange offen. Maßgeblich dafür verantwortliche zeichnete Melf Hagen, der das DHK-Spiel gut steuerte und aus der schnellen Mitte heraus das Tempospiel der Flensburger forcierte.

Und obwohl Marten Jungvogel, der überraschend zu Beginn zwischen den OHV-Pfosten stand, zu Beginn zwei klare Chancen der Gäste vereitelte, spielte Flensborg gut mit. Als Hagen in der 17. Minute die 11:10-Führung erzielte, sah sich OHV-Trainer Pedro Alvarez gezwungen, eine Auszeit zu nehmen.

Die kurze taktische Unterweisung brachte den gewünschten Erfolg: Im Angriff übernahm Kevin Wendlandt die Verantwortung, zeigte sich torgefährlich und hatte ein gutes Auge für die Mitspieler. Erst mehrere Rückraumkracher, dann ein sehenswertes Rückhandanspiel auf Linksaußen Maxim Pliuto und ein schöner Pass auf Kreisläufer Jannes Hertlein. Die Folge: Aurich ging in Führung und lag fünf Minuten vor der Pause mit 19:14 in Front. Auch eine rote Karte gegen Evgeny Vorontsov – der Rechtsaußen kam aus Sicht der Schiedsrichter bei einem Flensburger Durchbruch zu spät – brachte die Gastgeber nicht aus dem Tritt. Da kurz vor der Pause auch Rade Radjenovic seine Torgefahr entdeckte, führten die Auricher zu Pause mit 22:17.

Nach Wiederanpfiff entwickelte sich ein Spiel, in dem es die Gastgeber verpassten, den Sack zuzumachen. Der OHV blieb immer mit vier bis fünf Tore in Führung, zeigte aber schwächen in der Abwehr. Immer wieder fand Flensborg gerade die Kreisläufer und erzielte so Treffer oder holte Siebenmeter heraus. Im Angriff konnten sich die Ostfriesen auf die individuelle Qualität von Jonas Wark und Wendlandt verlassen. Und als Maxim Pliuto fünfeinhalb Minuten vor dem Ende auf 36:30 stellte schien das Spiel entschieden.

In den Schlussminuten aber stellte Flensborg erst auf eine mannbezogene 5:1-Abwehr und später auf eine Manndeckung um. Der OHV fabrizierte einige technische Fehler – auch weil Trainer Alvarez viel wechselte und so der Rhythmus abhanden kam. Eine Minute vor dem Ende führten die Gastgeber lediglich noch mit 36:34.

15 Sekunden vor dem Ende setzte Nico Gronau aber den Deckel auf das Spiel und rettete den verdienten OHV-Erfolg ins Ziel

Dennis Sandhorst
Dennis Sandhorst Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung