Esens - Bereits im 15. Jahrhundert führte Sibet Attena, Häuptling im Harlingerland, einen Bären in seinem Wappen. So wird seit dem 16. Jahrhundert auch im Esenser Stadtwappen und Stadtsiegel ein aufrecht stehender schwarzer Bär auf einem Turm dargestellt.
Im Mittelalter, so die Legende dazu, hielt sich im mit Stadtmauern befestigten Esens ein Musikant mit einem Tanzbären auf. Feindliche Truppen belagerten die Stadt über lange Zeit und versuchten, diese auszuhungern. Als die Not am größten war, befreite sich das in den Lampenturm gesperrte Tier.
Es stieg nach oben, brüllte fürchterlich und warf mit herausgebrochenen Steinen der Turmzinnen um sich. Die Feinde zogen daraus den falschen Schluss: Sie meinten, die Esenser hätten noch genügend Nahrung, um sogar einen unnützen Bären durchfüttern zu können – und brachen die Belagerung ab.
So hat der Bär die Stadtbewohner offenbar gerettet und wurde zum Dank zum Esenser Wappentier genommen.
Der Esener Bär hat den Übergang von der Historie in die Moderne geschafft und gab immer wieder Impulse im Stadtgeschehen. Am Drostentor lud früher das Lokal „Zum schwarzen Bären“ ein; gleich gegenüber befindet sich bis heute ein Sandstein-Bär auf dem Mahnmal, das an die Toten des Ersten Weltkriegs erinnert.
Das Stadthaus mit der Ratsgaststätte am Marktplatz zeigt das Stadtwappen im Giebel; seit 1980 bildet Meister Petz als Bronzeplastik des Auricher Künstlers Friedrich Büschelberger am Kirchplatz einen Blickfang. Die Stadt Esens ehrt Bürger seit 1985 mit dem Silbernen Bären, in Gaststätten wird der Bärenschluck ausgeschenkt. Und als man 1998 die Deutsche Teddy-Stiftung „Good Bears of the Word“ aus der Taufe hob, wurde die Bärenstadt Esens Sitz der Organisation.
