Wittmund/Wiesmoor/Esens - Die Krankheitswelle hat auch die Kindergärten in Ostfriesland erreicht. Viele Mitarbeiter sind an Corona erkrankt oder leiden an einer Atemwegsinfektion. Aufgrund der hohen Personalausfälle müssen nun vereinzelt Kita-Gruppen für mehrere Tage schließen. In anderen Gruppen reduziert der Träger die Betreuungszeit oder verteilt Kinder kurzfristig auf andere Gruppen.
Betreuungszeiten anpassen
„Wir haben schon seit Wochen einen hohen Krankenstand in unseren Kindertagesstätten“, sagt Heiner Schoon, der als Fachgruppenleiter für die Kindergärten bei der Stadt Wiesmoor tätig ist. Erst am Dienstag sei die Stadt als Träger gezwungen gewesen aufgrund krankheitsbedingter Personalausfälle eine Gruppe in der Kindertagesstätte Kinnerhuus bis Ende der Woche komplett zu schließen. Die Stadt versuche dabei alle Kinder, die unbedingt betreut werden müssen, in anderen Gruppen unterzubringen. „Wir versuchen, vieles möglich zu machen“, betont Schoon. Weiter berichtet er: „Bei unseren anderen Kindergärten in Mullberg und Hinrichsfehn mussten wir vor zwei Wochen die Betreuungszeiten wegen der Erkrankung unseres Personals anpassen.“
Längere Ausfallzeiten
Eine ähnliche Situation herrscht auch bei der Kindertagesstätte Bärenhöhle in Esens. „Die Situation ist angespannt“, sagt Bärenhöhlen-Mitarbeiterin Sigrid Conrad. Derzeit herrsche keine Notbetreuung, in den vergangenen Wochen hätte man jedoch immer wieder darauf zurückgreifen müssen. Sabrina Köster fügt als Kita-Leitung noch hinzu, dass die Krankheitswelle in diesem Jahr intensiver sei als vorherige. „Wir merken, dass viele nicht nur eine Woche, sondern gleich zwei ausfallen.“ Außerdem merke man den Fachkräftemangel in solchen Situationen schneller. Die Löcher zu stopfen, falle immer schwerer. „Deswegen müssen wir auch öfters und schneller auf eine Notbetreuung zurückgreifen.“ Köster betont, dass dies wirklich der letzte Ausweg sei. „Bisher ist es uns immer gut gelungen, die Situation aufzufangen.“
Ausreichend Vertretungskräfte
Auch Meino Schrage, Fachdienstleiter Generation, Sport und Kultur der Stadt Wittmund ist dankbar, dass während der Krankheitswelle zahlreiche Vertretungskräfte gewonnen wurden. Die krankheitsbedingte Ausfallquote liege derzeit bei etwa 20 Prozent, teilt Schrage mit. Dennoch sei es bei einer Häufung von Krankheitsfällen schwierig, die Betreuungszeiten voll ab zudecken. „In diesen Fällen werden zusätzlich verstärkt Kräfte von Personaldienstleistern und nicht dauerhaft beschäftigte Fachkräfte eingesetzt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Vertretungskräfte nicht nur fest in einer Kita, sondern bedarfsorientiert flexibel auch in allen übrigen Einrichtungen einzusetzen“, erklärt Schrage. So sei es in den vergangenen Monaten nur in Einzelfällen zu Ausfällen gekommen.


