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Maritime Klänge in Wittmund Carolinensieler Shanty-Chor sucht neue Stimmen – Musik verbindet Generationen

Werner Wiggermann
Der Seemann ist ein „Kumpel“ des Vorsitzenden. Er symbolisiert den zentralen Wert der Kameradschaft und erinnert Hans Schwellenthin ein wenig an frühere Zeiten.

Der Seemann ist ein „Kumpel“ des Vorsitzenden. Er symbolisiert den zentralen Wert der Kameradschaft und erinnert Hans Schwellenthin ein wenig an frühere Zeiten.

Werner Wiggermann

Carolinensiel - Durchatmen am Meer, Urlaub an der Küste. Für viele Gäste, vor allem Stammgäste, fügt sich dieser Zweiklang erst perfekt, wenn passende Musik das maritime Erlebnis abrundet. „Manche wollen uns wirklich unbedingt dreimal hören – und danach wird dann der Urlaub konkret terminiert“, weiß Hans Schwellenthin.

Der Vorsitzende des Shanty-Chors Carolinensiel managt die Einsätze der Sänger und hat damit wirklich viel zu tun: 35 bis 40 Auftritte kommen im Jahr zusammen. Da bleibt kaum Raum für andere Hobbys.

Internationale Partnerschaften

Der Einsatz aber lohnt sich, versichert Schwellenthin. Die Musik verbindet. Nicht nur innerhalb des Chors, sondern auch durch die vielen Kontakte, die die Clinsieler Shanty-Freunde in all den Jahren aufgebaut und gepflegt haben. Nach Nürnberg und München reichten die musikalischen Verbindungen. Ganz früher gab’s auch Partnerschaften mit englischen und italienischen Sängern. Geblieben sind die Zusammenarbeit mit den Chören aus Wilhelmshaven und Osnabrück, zum Beispiel beim „WattenSail“, sowie die Verpflichtungen der Carolinensieler für viele Konzerte in anderen benachbarten Küstenorten.

Schon das kann nur eine eingeschworene Truppe stemmen, die allerdings inzwischen auf 13 Sänger geschrumpft ist. Grund genug, sich allmählich Sorgen zu machen. Der Chor würde sehr gern seine Reihen wieder ein wenig auffüllen. Willkommen wären nicht nur Sänger mit musikalischer Vorerfahrung. „Wir nehmen auch Anfänger“, beteuert Hans Schwellenthin.

Die Sänger des Shanty-Chors Carolinensiel.

Die Sänger des Shanty-Chors Carolinensiel.

Gründe mitzumachen gibt es reichlich. Zum Beispiel, wenn Zugezogene Anschluss suchen. Dass das schon oft geklappt hat, beweist ein Blick in die Mitgliederliste: Von den 13 noch aktiven Sängern stammen nur vier aus Ostfriesland. Alle zusammen aber genießen die großartige Kameradschaft, die in vielen Proben und Konzerten gepflegt wird. Man infiziert sich schnell mit der inzwischen völkerverbindenden Freude am seemännisch geprägten Liedgut – freut sich über die professionelle und sichere musikalische Führung durch Albertus Janssen und sein Akkordeon.

Lebensfreude und Gesundheit

So lassen sich die Sänger immer wieder auch selbst in die Vergangenheit des Shanty-Gesangs versetzen. Hans Schwellenthin hat noch selbst erfahren, wie natürlich sich Beruf und Freizeit auf langen Fahrten durch diese Musik ergänzen. Und der 85-jährige Vorsitzende weiß auch, dass Gesang, Freundschaft und bestärkende Bühnen-Erlebnisse mit Zugaben einen deutlichen Beitrag zu Lebensfreude und Gesundheit leisten.

Fit im Kopf halten sich die Sänger durch den Gesang übrigens auch. Das Repertoire wird von Saison zu Saison immer mal wieder leicht überarbeitet – mit neuen Anforderungen fürs trainierte Gedächtnis. „Wir bieten alte und moderne Seemannslieder“, erklärt der Chor-Vorsitzende. Das hilft allen dabei, vielleicht wenigstens das Minimalziel für den Chor zu erreichen. 2028 wird er 60 Jahre „alt“. Wenn’s gut läuft, können dann auch ein paar Neue mitfeiern. Wer Lust hat, meldet sich einfach bei Hans Schwellenthin unter Tel. 04464/1251.

Und möglicherweise werden in Zukunft auch die Ehefrauen der Sänger, die bisher organisatorische Hilfe leisten, musikalische Aufgaben übernehmen. „Weiß man’s?“, fragt Hans Schwellenthin, „Schließlich fahren heute ja auch viel mehr Frauen zur See.“

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