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NWZonline.de Region Ostfriesland Landkreis Wittmund

Jan van Wasen aus Esens: 20-Jähriger ist Dachdecker-Meister und sein eigener Chef

03.08.2022

Esens Vor fünf Jahren hat Jan van Wasen seine Lehre zum Dachdecker angefangen. Jetzt ist der Esenser nicht nur Meister, sondern hat sich sogar mit der eigenen Firma selbstständig gemacht – mit 20 Jahren.

Doch zurück zum Anfang. Der Beruf des Dachdeckers wurde van Wasen bereits in die Wiege gelegt. „Mein Vater ist auch Dachdecker“, erzählt der 20-Jährige. Der nahm ihn viel mit und zeigte ihm das Handwerk. Während der Schulzeit machte Jan van Wasen dann Praktika – sowohl freiwillige als auch das Schulpraktikum. „Da habe ich dann wirklich gemerkt, dass ich das machen möchte“, sagt er. Ein anderer Beruf kam für den gebürtigen Nordrhein-Westfalen nie infrage.

Mit 15 Jahren die Ausbildung begonnen

15 Jahre alt war van Wasen, als er nach der Schule mit der Ausbildung begann, mit 18 Jahren war er Dachdecker-Geselle. Nur drei Monate später begann er mit der Meisterausbildung an der Abendschule in Aurich. „Früher musste man erst fünf Jahre als Geselle gearbeitet haben, dann drei, inzwischen gibt es das gar nicht mehr.“

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Ein Grund dafür sei, dass es nicht viele Dachdecker-Meister gebe. Gerade in Ostfriesland entschieden sich viele dagegen, weil ein Teil der Ausbildung Vollzeit in Münster zu absolvieren ist. Auch währenddessen arbeitete Jan van Wasen am Wochenende weiter in seinem Betrieb, um Geld zu verdienen und Erfahrung zu sammeln. Die Meisterschule sei noch einmal viel umfangreicher als die Ausbildung gewesen. Alle Schritte der Planung würden dort gelehrt, damit für ein neues Dach alle Faktoren berechnet werden können. Das fängt bei der Statik an: Wie viel Regen fällt auf das Dach? Wie wird das Gebäude genutzt, lagert darin Wertvolles? Wie hoch kann die Schneelast werden, wie hoch ist das Gebäude, wie viel Wind muss das Dach aushalten? Das seien einige der Fragen, die ein Dachdecker im Vorfeld beantworten muss. „Es gibt keinen Tag, an dem man nicht den Taschenrechner braucht“, sagt Jan van Wasen. Die Weiterbildung zum Meister wird vom Land Niedersachsen gefördert. „Die wollen mehr Meister und auch mehr Betriebe“, erklärt der 20-Jährige. Deshalb gebe es auch Unterstützung bei der Firmengründung.

Aufregende Zeit mit neuer Firma

Jetzt beginnt eine aufregende Zeit für den Esenser. „Es ist schon ein komisches Gefühl“, sagt er. Er ist sein eigener Chef, Mitarbeiter hat er keine – dafür aber schon erste Aufträge. Eigentlich sei es die perfekte Zeit, um sich als Handwerker selbstständig zu machen. Denn Handwerker sind gefragt. Und große Dachdeckerfirmen nähmen oft große Aufträge an – Jan van Wasen als Ein-Mann-Betrieb spezialisiert sich auf Kleinigkeiten.

Der 20-Jährige liebt seinen Beruf. „Man kann abends immer sehen, was man geschafft hat“, sagt van Wasen. Auch Jahre später könne er sagen „Das habe ich gemacht“, wenn er an ehemaligen Arbeitsstätten vorbeifährt.

Ausrüstung braucht Jan van Wasen nicht viel. Eine Leiter natürlich – anders kommt er nicht auf das Dach. Aber dazu vor allem Werkzeug: von Schieferhammer und -haubrücke bis Akkuschrauber. Vieles davon hatte van Wasen bereits. „Wer handwerklich viel macht, bei dem sammelt sich das an.“ Zu Weihnachten oder zum Geburtstag habe er sich auch immer Werkzeug gewünscht.

In Ostfriesland lebt Jan van Wasen, seit er 13 Jahre alt ist. Davor hat er in Essen gewohnt, dagegen gefallen ihm hier die Ruhe, das Ländliche und die Menschen. Auch für seinen Beruf ergeben sich Unterschiede. Denn in einer Stadt wie Essen gibt es wenige Einfamilienhäuser. Die Häuser stehen aneinander, dadurch sind die Dächer schwerer erreichbar. „Wenn man dort ein Gerüst bauen will, um zu reparieren, braucht man erst eine Genehmigung.“ Auf dem Land sei vieles einfacher. Reetdachhäuser, die es in Ostfriesland häufiger gibt, sind allerdings nicht sein Gebiet – „Das ist ein ganz eigener Beruf“.

Viel zu tun hatte Jan van Wasen im Februar, als die vielen Stürme über Ostfriesland zogen. „Da konnte ich mit der Leiter durch die Siedlung laufen, es gab überall etwas zu tun“, erzählt der Dachdecker-Meister.

Ab nächstes Jahr selbst ausbilden

Jetzt hofft der 20-Jährige, dass in seiner eigenen Firma alles gut läuft. Als Meister darf er auch ausbilden. Damit möchte er im nächsten Jahr beginnen. „Wenn man selbst ausbildet und denjenigen dann hält, ist das umso schöner.“ Auch Praktikanten würde er gern bei sich arbeiten lassen. „Ich hatte selbst die Möglichkeit, mir viel anzugucken. Die Chance würde ich gern anderen geben“, sagt der Esenser.

Julia Dittmann Wittmund / Redakteurin
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