Thunum - Der trapezförmige Sargdeckel, der auf den Tod des Häuptlings Ede (Edo) Reentsen im Jahr 1394 hinweist, gilt als die älteste datierte Grabplatte Ostfrieslands. Er besteht aus rotem Sandstein des Main-Rhein-Gebietes, ist 205 Zentimeter lang und zwischen 60 und 77 Zentimeter breit. Der frühere Landschaftsdirektor Dr. Hajo von Lengen bezeichnet ihn als bedeutendes Zeugnis der frühen Häuptlingszeit des Harlingerlandes.
Dieses Material wie auch die Baustoffe der ersten Thunumer Kirche, grauer Tuffstein vulkanischen Ursprungs aus der Eifel, sind vermutlich im 13. Jahrhundert an die Küste gekommen – transportiert auf dem Wasserweg bis in den Hafenort Thunums.
Auf der lediglich 7,6 Zentimeter dicken Steinplatte weist am Rand eine Minuskelschrift auf, aus der der im Sarg begrabene Häuptling abzuleiten ist. Im Kreisausschnitt im oberen Teil der Platte ist das Wappen Reentsens zu sehen, in dem übereinander zwei Adler dargestellt sind. „Diese Tiere strahlten Dominanz und Souveränität aus“, kommentiert Hajo von Lengen. Das Wappen, dafür gebe es Anzeichen, könne eine jüngere Nacharbeit sein, mit der Nachfahren den Sargdeckel aufgewertet haben.
