Dornum - Holger Luitjens, Ehefrau Sandra und die Kinder Romy (elf Jahre) und Silas (acht Jahre) aus Dornum-Schwittersum können wieder lachen. Die behandelnden Ärzte und Holger selbst sind mit seinem Gesundheitszustand zufrieden. Ende März endet Holgers Therapie, 180 Tage nach einer Transplantation aufgrund diagnostizierter akuter Leukämie.
Im Januar 2022 hat Holger Luitjens seine dritte Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Danach fühlte er sich müde und schlapp. Zu Ostern bekam er dann Corona. „Nach der Genesung habe ich dann zunächst wieder eine Woche gearbeitet, wurde dann aber so richtig krank“, erinnert der Familienvater. „Holger kam aus dem Bett runter und hat nur noch auf dem Sofa geschlafen“, erzählt Ehefrau Sandra.
Im Krankenhaus
Es musste etwas passieren. „Die Familie hat mich überredet, zum Arzt zu gehen. Und ich hatte schon geahnt, dass etwas Schlimmeres auf mich zukommen würde“, sagt Holger. Sein Blut wird untersucht. Darauf folgen zwei Tage der Ungewissheit, bis das Ergebnis beim Hausarzt vorliegt. Der überweist Holger an die Klinik in Aurich. „Dort habe ich sieben Stunden in der Notaufnahme gewartet. Dann wurde erneut nur eine Blutuntersuchung gemacht, und drei Ärztinnen haben mir schließlich erklärt, dass meine Werte gar nicht so schlecht seien“, erzählt Holger.
Ein Irrtum, wie sich später herausstellen sollte. Am 25. Mai erhielten der Dornumer und die Familie die Diagnose „akute Leukämie“. „Das ist ein Fehler im blutbildenden System“, erklärt Holger. Das war ein Schock für ihn und die Familie. Ihnen wurde der Boden unter den Füßen weggerissen. „Wir haben sicher eine Woche gebraucht, bis wir überhaupt wieder klar denken konnten“, sagt Sandra Luitjens.
Für Holger ging es aus der Klinik in Aurich direkt in die Klinik Kreienbrück in Oldenburg. Dort wurde er aufgeklärt, was nun auf ihn zukommen würde: zwei Chemotherapien à fünf Wochen. Währenddessen haben Mitglieder des KBV Schwittersum und der Feuerwehr Dornum mit Ehefrau Sandra überlegt, eine Typisierungsaktion zu starten. Holger war einverstanden. „Ich war guter Hoffnung und habe nie den Kopf in den Sand gesteckt. Schon in der Klinik in Oldenburg hat mir ein Oberarzt gesagt: ,Herr Luitjens, wir kriegen Sie wieder hin.‘“
Dankbar für die Hilfe
Holger war auf eine Knochenmarktransplantation angewiesen. Ein Spender konnte gefunden werden. Seine Transplantation fand am 27. September 2022 in Oldenburg statt. Abgesehen von einer Infektion noch im Krankenhaus geht es ihm seither kontinuierlich besser. Ende März liegt die Transplantation ein halbes Jahr zurück.
Zuhause in Dornum genießt Holger das Mit- und Füreinander mit Ehefrau Sandra und den Kindern. Auch für sie war die Diagnose des Vaters ein Schock. Und die folgenden Monate waren oft nicht einfach. Heute sind Romy und Silas froh, dass es ihrem Papa wieder besser geht. Um wieder fit zu werden, ist Holger täglich mit dem Familienhund Emma zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Auch in seinen Hobbys als Betreuer im Fußball und Boßeln ist Holger Luitjens bereits wieder voll aktiv.
„Ich danke allen Personen und Vereinen, die während meiner Klinikaufenthalte mit meiner Frau eine Typisierungsaktion ins Leben gerufen und/oder sich daran beteiligt haben. Dass sich plötzlich so viele Menschen für mich engagiert haben, war für mich unfassbar und hat mich sehr bewegt“, sagt Holger Luitjens. Sein großer Dank gilt auch allen Sachspendern und vor allem den Verwandten und Freunden. „Sie haben mir und meiner Familie jederzeit den Rücken gestärkt.“
