Blersum - Aus dem alten „Tante-Gerda-Laden“ von Gerda Kunstreich wurde ein neues Stück Blersumer Gegenwart: Das Dorfgemeinschaftshaus, von den Blersumern längst liebevoll ortskundig „DGH“ genannt, ist – wie erhofft – der Raum der Begegnung geworden. Damit es gute und viele Begegnungen werden, braucht man einige gute Geister. Deren „Chefin“ ist Claudia Iken. Und ihr macht der Job so viel Spaß, dass sie die zeitraubende Aufgabe ohne jedes Entgelt erledigt. Wie das im Ehrenamt so ist: Du machst einen tollen Job, alle haben etwas davon, und mehr willst du gar nicht.
Über das Boßeln an den „Job“ gekommen
Claudia Iken ist übrigens übers Boßeln an den „Job“ im DGH gekommen. Den ostfriesischen Straßensport hatte die geborene Wittmunderin zuerst in ihrem eigentlichen Heimatort Collrungermoor ausgeübt, war dann der Liebe wegen 1995 zu ihrem Jens nach Blersum gezogen und schloss sich dann auch dem hiesigen Boßelverein an. Und der hatte schon ewig nach einem neuen Treffpunkt gesucht, als dann schließlich der Gemischtwarenladen an der Hauptstraße schloss. Während das historische Interieur im Cloppenburger Museum eine optimale neue Verwendung fand, bot sich das Gebäude selbst als neuer Treffpunkt für den Ort und seine Vereine geradezu an.
Allerdings musste es gründlich saniert und für den Zweck umgebaut werden – eine Aufgabe, mit der sich auch für Claudia Iken eine hervorragende Chance bot, sich im „neuen“ Heimatort noch besser zu verankern. Die gelernte Bauzeichnerin brachte sich sowohl planerisch als auch handwerklich intensiv und begeistert in die Umgestaltung ein: „Was mir liegt, das mache ich einfach gern“, versichert sie. Vom Schubkarrefahren bis zum Verlegen des neuen Bodens im Haus brachte sie sich ein und entwickelte mit dem fleißigen Team berechtigten Stolz auf das gemeinsam Geleistete. „Wir haben alles in Eigenregie gemacht, hatten aber für fast jedes Gewerk auch Leute, die richtig Ahnung haben“, erklärt die 48-Jährige.
Auch die Bewirtung ist wichtig
Um einen neuen Dorfmittelpunkt, ein neues kommunikatives Zentrum zu schaffen, braucht aber nicht nur schicke neue Räume, sondern auch ein gutes Team für den notwendigen Service im Betrieb: Ehrenamtlich tätige Menschen, die sich um warme und kalte Getränke kümmern, um das Einkaufen und um das Saubermachen nach den Festen. Und es braucht jemanden, der den Überblick hat und behält: Über alle Mitarbeiter, deren zeitliche Möglichkeiten, den Bedarf der Blersumer Vereine, den Kuchen für die Teenachmittage und über alle Feiertermine. Diesen Überblick hat Claudia Iken.
Nachdem sie schon in der Bauphase diese Kompetenz gezeigt hatte, wurde sie gebeten, die Regieaufgabe zu übernehmen. Und weil sie eben gern zusagt, wenn ihr etwas Spaß macht, musste Claudia nicht lange überredet werden. Bereut hat sie’s nicht. Auch wenn sie ihren eigenen Namen ziemlich oft auf den Dienstplan schreibt. „Gefühlt bin ich jeden Samstag da“, lacht sie. Und der Tag kann auch mal wirklich lang werden. Planen, Gäste bedienen, die Veranstaltung begleiten, später sauber machen – und zwischendurch natürlich auch noch beim Boßeln aktiv dabei sein – so ein Wochenende kann es für Claudia Iken in sich haben.
Der eigene Geburtstag soll dort gefeiert werden
„Dann kommt man abends schon mal nach Hause und ist total platt“, sagt sie. Am nächsten Tag aber geht es dann schon wieder. Sie sieht dann, was sie geschafft hat. Und das öffnet den Blick für das Positive: Immer noch lernt sie neue Leute kennen – zum Beispiel bei einem der größeren Geburtstage im DGH, die sie mit organisiert; oder bei Sitzungen auch von benachbarten Vereinen oder Verbänden, die das runderneuerte Haus in Blersum schätzen gelernt haben.
Auch ihren eigenen 50. Geburtstag möchte Claudia Iken hier feiern. Schließlich können bis zu 65 Personen im Dorfgemeinschaftshaus feiern – und wenn das nicht reicht, könnte eventuell auch noch zusätzlich ein Zelt gemietet werden. Nicht auszudenken, was Blersum fehlte, wenn der Bürgerverein solche Träume nicht verwirklichen könnte.
