Emden - Zwei Fahrräder, eine Handvoll alter Jeans, zwischendrin ein Toaster: Es sind Funde wie diese, mit denen sich das Team der Emder MachBar, einem selbst ernannten „Zentrum für Begegnung und Nachhaltigkeit“ in der Großen Straße, tagein, tagaus befasst. Seit Ende März hat das Zentrum seine Tätigkeit aufgenommen, und wird schon jetzt „sehr gut angenommen“, erzählt Heinz Hugen, der selber ehrenamtlich im Repair-Café der MachBar tätig ist. Initiator der MachBar ist Prof. Dr. Michael Schlaak.
Nachhaltigkeit und Begegnung
Name MachBar – Zentrum für Begegnung und Nachhaltigkeit
Gründungsjahr 2024
Sitz und Einzugsgebiet Emden, Große Straße 34
Funktion Repair-Café, sozialer Treffpunkt
Ein Satz über uns: „Wir sehen, was möglich ist, wenn alle zusammenarbeiten.“
Zwei Passionen sind es, die Schlaak besonders am Herzen liegen – und beide verknüpft er in der MachBar. Es sind Nachhaltigkeit und Begegnung. Menschen verschiedener gesellschaftlicher Schichten sollen zusammenkommen, sich begegnen und kennenlernen, und im günstigsten Fall einen Gegenstand reparieren lassen oder einen reparierten Gegenstand gegen eine Spende erwerben. Beides ist möglich. Menschen können, wie im Konzept „Repair-Café“ üblich, einen ausrangierten Gegenstand fachgerecht wiederherstellen lassen, oder auch selber Hand anlegen. Es können aber auch ausrangierte Gegenstände nur abgegeben werden.
Das Team um Repair-Café-Chef Heinz Hugen repariert Toaster, Mikrowelle und Co. und stellt sie Nutzern gegen eine Spende zur Verfügung. Das Ziel: Den weltweiten Verbrauch von Ressourcen zu reduzieren – die Quintessenz des großen Wortes Nachhaltigkeit. Für den emeritierten Hochschulprofessor an der Hochschule Emden-Leer Schlaak eine Passion. Offenbar mit Erfolg. „Wir haben wirklich viele Menschen, die ihre Dachbodenfunde zu uns bringen, wo sie ein zweites Leben bekommen“, sagt Hugen, der auch das zweite Repair-Café der Seehafenstadt betreut. Bei dessen Gründung 2019 wiederum half Schlaak.
MachBar wird sozialer Treffpunkt
Das zweite Großthema ist die Begegnung, die kurzweiligen Kaffeeschwätzchen zwischendurch, die in der MachBar möglich – und überaus gewollt sind. Neben solchen Zufallstreffen gibt es aber auch zunehmend Vereine und Verbände, die den Sitz in der Großen Straße 34 ansteuern. Im besten Falle hofft das Team der MachBar auf einen belebenden Effekt für die gesamte Große Straße, dem gegenwärtigen Sorgenkind der Emder Fußgängerzone. „Wir sehen, was in der Brückstraße möglich ist, wenn viele zusammenarbeiten“, sagt Hugen – „und vielleicht geht das auch in der Großen Straße“.
Bei der Stadt Emden würde wohl manch Sorgenfalte aus den Gesichtern der Verantwortlichen verschwinden, wenn das passieren würde. Die Stadt bezuschusst den Betrieb der MachBar. Weitere Unterstützung gibt es vom Teilhabeanbieter Agilio, der evangelisch-reformierten Kirche, der Hochschule Emden-Leer sowie von „Das Boot“, einem Verein zur Förderung psychischer Gesundheit. Diesen Groß-Schulterschluss zu organisieren, auch das ist Verdienst von Michael Schlaak – und die ersten Ziele hat er bereits erreicht.
Menschen des Jahres in Ostfriesland ist eine Aktion der Nordwest-Zeitung, Emder Zeitung und des Anzeigers für Harlingerland in Kooperation mit der Ostfriesisch Landschaftlichen Brandkasse.
Besondere Menschen oder Vereine und Organisationen wurden vorgeschlagen. Sie alle verbindet, dass sie außergewöhnliches Engagement im ehrenamtlichen Bereich erbringen. Bis einschließlich 30. Mai werden die Kandidatinnen und Kandidaten vorgestellt.
Eine Jury entscheidet dann über die Gewinner. Neu in diesem Jahr: Vom 30. Mai bis 2. Juni können Leserinnen und Leser eine Stimme für ihren Favoriten abgeben. Das Voting wird in die Gesamtbewertung einberechnet. Die Ehrung findet am 11. Juni in der Ostfriesischen Landschaft in Aurich statt.
