Esens - Das Herz des Anzeiger für Harlingerland ist das Lokale. Das wurde am Mittwoch beim ersten Leserstammtisch in Esens deutlich. Und wie sehr den Leserinnen und Lesern ihre Heimatzeitung über die Jahrzehnte ans Herz gewachsen ist, wurde auch schnell deutlich: Mit großer Leidenschaft haben sie in der „Hopfenlaube“ mit Redaktionsleiterin Anke Laumann, Redakteur Detlef Kiesé, Lasse Deppe von der Chefredaktion der Nordwest-Zeitung und Thomas Breves, dem Leiter der Sportredaktion, über die Berichterstattung diskutiert.
Ein Herzensthema vieler Leser ist das Boßeln. Das weiß auch Thomas Breves. Schließlich gebe es in Ostfriesland mehr Boßler als Fußballer. Und daher habe die Boßelberichterstattung weiterhin ihren festen Platz im Lokalsport.
Viel Zuspruch gibt es für die Plattdeutsch-Rubriken im Harlinger. Nicht nur das tägliche plattdeutsche Wort wird verfolgt. Regelmäßig erscheint auch die Plattdeutsch-Seite „Snacken und verstahn“ – zum Unmut der Leser allerdings im Oldenburger Platt. Sie wünschen sich, dass auf dieser Seite das ostfriesische Platt gepflegt wird.
Daten statt Bauchgefühl
Viele Leserinnen und Leser interessiert, warum der Harlinger über manche Themen berichtet – und über andere nicht. Lasse Deppe erklärte, wie sich die journalistische Arbeit und damit auch die Grundlagen für Entscheidungen in der Redaktion verändert haben: Früher mussten sich die Journalisten bei der Themenfindung auf ihr Bauchgefühl verlassen. Inzwischen können sie etwa im ePaper oder auf NWZonline nachschauen, wie oft welcher Artikel gelesen wurde. „So können wir sehen, wo das Themeninteresse liegt und überlegen, wie wir es schaffen, dass die Berichte möglichst viele Leser erreichen.“ In welchem Spannungsfeld sich die Journalistinnen und Journalisten dabei bewegen, wurde an dem Abend deutlich.
Der eine Leser wünschte sich mehr Vereins- und Veranstaltungsberichterstattung, um das ehrenamtliche Engagement zu würdigen; dem anderen ist es wichtig, dass der Politik und Verwaltung auf die Finger geschaut wird. Eine kritische, konstruktive und kommentierende Berichterstattung sind ihm und den anderen Lesern wichtig. Und das vor Ort, vor der Haustür. Und das bedeutete am Mittwoch: mehr Berichterstattung aus Esens.
Wichtiger Austausch
Anke Laumann und Lasse Deppe freuten sich über den konstruktiven Austausch mit den Leserinnen und Lesern. Der Termin am Mittwoch sei wichtig gewesen, um sich direkte Meinungen einzuholen. Daher wird es nicht der letzte Stammtisch gewesen sein. Und wer eine Anregung, einen Hinweis oder Tipp hat, kann sich jederzeit in der Redaktion melden – unter
