Esens - Ein Jahr lang etwas anderes machen – nicht nur lernen, aber trotzdem viel Neues kennenlernen. Das wollten Leah Häde und Alexander Lütkemeier. Einer macht ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), die andere ein Jahrespraktikum – beide am Museum „Leben am Meer“ in Esens.
„Ich habe nach der Schule überlegt, was ich machen will“, erzählt Lütkemeier. Bei Studiengängen ist er nicht wirklich fündig geworden, und dann hat er nach Stellen für ein FSJ oder FÖJ Ausschau gehalten. Lütkemeier wohnt in Holtgast, während seines FÖJ kann er zu Hause wohnen bleiben.
Objekt des Monats
Sein Freiwilligendienst hat Anfang des Monats begonnen. Seitdem hat er sich schon ein Objekt des Monats aus dem großen Fundus des Museums ausgesucht. Das Objekt des Museums wird auf den Sozialen Medien vorgestellt. Im September ist das ein Glasheck – eine Rückentrage, mit der früher Glasscheiben transportiert wurden.
„Das ist auch für uns immer noch spannend, herauszufinden, wo Dinge herkommen“, sagt Museumsleiterin Anke Kuczinski. Dafür gebe es auch den Austausch mit anderen Museen und deren Datenbanken.
Führungen geben
Auch bei einigen Führungen durch die Ausstellung war Lütkemeier schon dabei, denn eine seiner Aufgaben wird es sein, selbst interessierte Besucherinnen und Besucher durch die Peldemühle zu leiten. „Wir lassen hier aber niemanden allein“, beruhigt Kuczinski.
Ihr ist wichtig zu betonen, dass die Freiwilligendienstleistenden keine Stellen ersetzen. „Wir suchen sinnvolle, passende Aufgaben aus“, erklärt die Museumsleiterin. An diesem Wochenende steht erst einmal der Tag des offenen Denkmals an. Außerdem soll Alexander Lütkemeier bei Projekttagen mit Schulen dabei sein.
Auf jeden Fall gefällt dem 19-Jährigen bereits die viele praktische Arbeit. Er tendiert dazu, nach dem FÖJ zuerst eine Ausbildung und später ein Studium zu machen. In seiner Freizeit geht der 19-Jährige gern mit seinem Hund spazieren oder zeichnet.
Für das Zeichnen interessiert sich auch Leah Celine Häde. Die Buttforderin macht ein Jahrespraktikum im Museum. An drei Tagen in der Woche ist sie in der Peldemühle, die anderen zwei verbringt sie in der Schule: Leah Häde besucht die Berufsbildenden Schulen Aurich, Fachoberschule Gestaltung.
Entstehungsgeschichte
„Mein Vater ist Grafikdesigner“, erzählt die 17-Jährige. Sie zeichnet selbst gern und wollte etwas in diese Richtung lernen. Das Museum „Leben am Meer“ findet sie spannend, weil sie viel über die Entstehungsgeschichte der Region gelernt hat und lernt. Zu Beginn ihres Praktikum hat sie schon eine Animation über die Geest und Marsch erstellt, und wie diese Landschaftsform Ostfriesland verändert hat.
Die Geschichte Ostfrieslands fasziniert Leah Häde. „Auch die Buttforder Kirche, zum Beispiel ist sehr alt und hat eine besondere, alte Orgel.“ Wenn sie nicht gerade zeichnet oder im Museum ist, boßelt die 17-Jährige. Auch Bogenschießen ist ein Hobby von ihr. „Das fordert sowohl Konzentration als auch Kraft.“
Großes Interesse
Das Museum „Leben am Meer“ ist an der BBS Aurich als eine mögliche Stelle für Jahrespraktika gelistet. „Ich hatte gar nicht erwartet, dass wir so viele Interessenten haben“, sagt Anke Kuczinski. Aber es gebe jedes Jahr Anfragen. Im Jahrespraktikum gibt es andere Aufgaben als im FÖJ, dennoch arbeiten Alexander Lütkemeier und Leah Häde auch zusammen und helfen sich gegenseitig. „Hier ist es familiär, und wir sind alle flexibel“, sagt Kuczinski.
