Esens - Wie macht man aus 161 Betten einfach mal 169? Und wie kommt es, dass es in der Ewald-Neemann-Jugendherberge in Esens im vergangenen Jahr noch 31 Zimmer gab und in wenigen Wochen werden es fünf Räume mehr sein? Mit Magie hat das nichts zu tun, versichert Jugendherbergsleiter Christoph Angres. „Es wurde Zeit, dass wir unser Haus modernisieren und den heutigen Standards anpassen.“ Denn das, was 1987 bei der Eröffnung noch der neuste Stand war, lässt Besucher im Jahr 2024 nicht mehr staunen. „Wenn eine Familie bei uns nach einem Zimmer fragt und wir dazu nur Gemeinschaftsbäder anbieten können, sagen sie zwar, dass sie sich nochmal melden und überlegen, aber eigentlich ist die Entscheidung schon gefallen.“ Auch die Ansprüche für der Schulen und Lehrer habe sich verändert, wenn es um Klassenfahrten geht. „Heutzutage müssen wir schon Einzelzimmer für Lehrer anbieten. Bisher ist es deswegen auch schon vorgekommen, dass eine Lehrkraft ein Mehrbettzimmer genutzt hat, weil wir so wenig Einzelzimmer hatten.“
An die Zukunft gedacht
Schon im vergangenen Jahr wurde ein Teil des Gebäudes renoviert. Seit einigen Wochen ist nun die zweite Umbauphase angebrochen. Diese soll dafür sorgen, dass zwei von drei Waschräume zu vier Einzel- bzw. Doppelzimmern mit Bad umgebaut werden. Zudem werden acht Mehrbettzimmer ebenfalls mit einem Bad ausgestattet. Auch ein kleiner Besprechungsraum muss dran glauben und soll bei der Fertigstellung gegen Ende des ersten Quartals dieses Jahres bis zu vier Gäste beherbergen. Der Umbau sorgt dafür, dass bis zu 20 Handwerker von hiesigen Firmen auf der Baustelle arbeiten.
Der Aufwand sei enorm, die Handwerker arbeiten jedoch gut zusammen, betont Leiter Angres. Ein weiterer Punkt, der den Umbau vereinfache: Bei der Planung des Hauses in den 1980er-Jahren hätte Architekt Fritz Homeyer schon an die Zukunft gedacht. Die Infrastruktur wie etwa Abwasserrohre seien so gelegt worden, dass sich nachträglich relativ einfach Bäder in die Zimmer einbauen lassen.
Spielplatz geplant
Wenn die Bauarbeiten bis Ostern abgeschlossen sind, ist aber noch nicht Schluss. Denn am Ende des Jahres soll es weitergehen. „Wir wollen noch die restlichen sechs Zimmer und Waschräume umbauen, aber auch unseren Außenbereich etwas verschönern“, erklärt Monika Wilts, die stellvertretende Jugendherbergsleiterin. Geplant sind eine Außenterrasse mit direktem Zugang aus den Gruppenräumen, die Ertüchtigung des Sportplatzes und einen Spielplatz soll es auch geben.
Wie viel die Umbaumaßnahmen über die Jahre kosten ist noch nicht ganz sicher. Angres geht jedoch davon aus, dass es in jedem Fall gut investiertes Geld ist. „Wir wissen ja schon, wie die Gäste auf den ersten Umbau reagiert haben. Die fanden das super“, sagt er und teilt offenkundig die Begeisterung der Urlauber für seine fast komplett umgebaute Jugendherberge in Esens.
