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Halloween im Harlingerland Gruselfest wird auch in Deutschland beliebter

Karl-Heinz de Wall

Esens/harlingerland - Es überrascht schon ein wenig, dass sich gegen Ende des Monats Oktober auch bei uns ein Spektakel etabliert hat, dessen Grundgedanke vor Jahrhunderten von den britischen Inseln mit den Auswanderern nach Nordamerika getragen wurde und jetzt über den großen Teich zurückgekehrt ist: Halloween. Unter den Städten Mitteleuropas findet das Fest immer mehr Anhänger, und in der Region hat sich Esens mit einem riesigen Event zur Halloween-Hauptstadt gemausert.

Bedeutung des Tages

Es heißt endgültig, Abschied vom Sommer zu nehmen und im alten keltischen Kalender symbolisierte dieser Tag den Jahreswechsel. Man fürchtete, dass sich gerade jetzt die Toten unter die Lebenden mischten. Deswegen wetteifern am Abend vor Allerheiligen (1. November) die Halloween-Fans darum, in Umzügen und auf Partys ihren friedlichen Mitbürgern einen möglichst großen Schrecken einzujagen. In vielen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Nordamerika ist er der Tag oder besser gesagt die Nacht der Geister, Monster und Dämonen.

In der Popkultur

Horrorfilme haben das Thema längst aufgegriffen, Szene-Lokale sorgen für eine entsprechende Dekoration und ängstliche Menschen verschließen in den Orten, wo mit einem argen Halloween-Treiben zu rechnen ist, sorgfältig die Haustüren. Es müssen ja nicht immer nur die verkleideten Nachbarsleute sein, die sich zu Halloween mit meist harmlosen Scherzen melden – vielleicht haben sich ja auch einige durchgeknallte Typen von anderswoher eingeschlichen, die bei der allgemeinen Aufregung zu Halloween ihren bösen Energien freien Lauf lassen.

Wie dem auch sei, Nachbarskinder werden Jahr für Jahr am Halloween-Abend plötzlich zu unberechenbaren Zeitgenossen und häusliche Halloween-Partys können sich schnell zu krisenhaften Situationen entwickeln, wenn den dunklen Seiten der Menschen für einige Stunden Gelegenheit gegeben wird, sich auszutoben. Das Halloween-Fieber ist also nichts für schwache Nerven, es ist weit mehr als ein simpler Kinderspaß. Bis spät in die Dunkelheit hinein stehen immer wieder Kinder vor der Tür mit dem herausfordernden Spruch „Süßes oder Saures“ (Gib uns Süßes, sonst gibt es Saures). Geantwortet werden sollte mit entschlossener Miene „Luther war ein kluger Mann, den man nicht erschrecken kann!“, so unlängst ein pfiffiger Zeitgenosse. Aber besser ist es auf jeden Fall, sich einen Vorrat an Süßigkeiten anzulegen und zu verteilen, um die kleinen Draufgänger wieder loszuwerden.

Kürbis steht im Fokus

In der nordamerikanischen Halloween-Tradition steht der Kürbis als Dekorationsartikel im Mittelpunkt. Die Frucht ist gerade in dieser Jahreszeit reif und viele große und kleine Maskenbildner wetteifern darum, aus einem ausgehöhlten Kürbis eine möglichst schreckhaft wirkende Fratze zu schnitzen. Von innen heraus mit einer Kerze beleuchtet, wirken die illuminierten Halloween-Kürbisse in der Dunkelheit durchaus furchterregend. In vielen Läden werden in der Zeit davor zudem Halloween-Artikel angeboten: Die Auslagen sind voll von grinsenden Totenschädeln und anderen Schreck-Symbolen wie Ratten, Skorpionen, Spinnen und wovor sich die Menschen sonst noch gruseln mögen. Es gibt kuriose Dinge, wie Alien-Masken mit gefährlich funkelnden Augen, diverse Spuk-Marionetten als tanzendes Grusel-Kabinett, Hänge-Gespenster ganz in Weiß, Lichterketten aus nachgebildeten Kürbisköpfen, klapprige Skelette in Lebensgröße, Farbstoffe für die Getränke, um ihnen Hauch von Blut zu geben und viele andere Dinge mehr.

Vorsicht vor Hexen

Die Nacht auf Allerheiligen hat es also in sich, Halloween ist auf dem Vormarsch und der Kürbis ist längst zu einer wichtigen Symbolpflanze geworden. Ein inszeniertes Fest sozusagen, das nichts mit unseren Traditionen an der südlichen Nordseeküste zu tun hat. Der Gruselgenuss liegt aber offenbar im Trend der Zeit und findet bei alt und jung immer mehr Anhänger. Vielleicht sind neben tanzenden Kürbissen, singenden Gespenstern und hüpfenden Skeletten noch Bockhexen aus Thunum unterwegs, die es sich nicht nehmen lassen, in großer Zahl um die Häuser von Esens zu schleichen.

Zur Halloween-Hauptstadt der Region wird Esens immer am letzten Freitag im Oktober. Viele Gäste legen ihren Urlaub extra so, dass sie beim größten Halloween-Event im Nordwesten mit von der Partie sein können.

An diesem Freitag, 28. Oktober, ist es wieder so weit: Das Zentrum der Bärenstadt wird in einen schaurig-schönen Gruseltempel verwandelt.

Der Anzeiger für Harlingerland und die Aktionsgemeinschaft Esens und Umgebung e. V. (AEU) werden auch in diesem Jahr wieder einen Fotowettbewerb veranstalten. Von 18.30 bis 22 Uhr wird im Gebäude des Harlinger am Marktplatz ein Fotograf Bilder machen.

Die Fotos sollen noch am selben Abend in einer Bildergalerie auf nwzonline.de veröffentlicht werden unter dem Link bit.ly/halloweenesens zu finden sein.

Die 15 schönsten Fotos werden zur Abstimmung gestellt. Diese findet am Montag, 31. Oktober, ab 18 Uhr, bis Mittwoch, 2. November, 14 Uhr, statt. Die Gewinner können sich über verschiedene Preise freuen.

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