Esens - Kommende Woche beginnt die Europameisterschaft (EM) der Boßler und Klootschießer in Schleswig-Holstein. Aber die Mitglieder des Kreisverbandes Esens blicken schon auf 2024. Denn dann kommt die Europameisterschaft nach Ostfriesland. Am Montagabend haben Folkmer Lüpkes und Erwin Niehuisen vom Kreisverband ihre Pläne dem Sportausschuss der Samtgemeinde Esens vorgestellt.
2019 hatte der Friesische Klootschießerverband den Zuschlag bekommen – dann fiel die Wahl auf die Esenser. Der Zeitraum der EM ist Himmelfahrt in zwei Jahren: 9. bis 12. Mai. Und der Austragungsort ist Neuharlingersiel.
Unterkunft in der Jugendherberge
„Das Besondere ist, wir können alle Sportler, die kommen, in der Jugendherberge unterbringen“, berichtete der Vorsitzende Folkmar Lüpkes in der Ausschusssitzung. Der Kreisverband hat dort genug Betten reserviert, die Verbände können jetzt anfangen, dort zu buchen.
Die Wettkampfstrecken stehen ebenfalls bereits fest: Geworfen wird auf der Straße Werdumer Altendeich, Start ist an der Hausnummer 9 in Richtung Seriemer Mühle. Der Standkamp ist direkt an der Kite- und Windsurfschule westlich vom Strand und die Feldbahn wird am Deich entlangführen. Der Start ist etwa einen Kilometer vom Campingplatz entfernt, geworfen wird Richtung Campingplatz. „Alle Wettkampfstätten sind zu Fuß erreichbar“, erklärte Lüpkes. So müssten die Mitglieder der Verbände aus den Niederlanden oder Italien und Irland vor Ort keine Transportmöglichkeiten organisieren.
Auch mit Parkmöglichkeiten hat sich der Kreisverband schon auseinandergesetzt: In Absprache mit den NV-Versicherungen im Gewerbegebiet im Osten von Neuharlingersiel sollen dort genug Parkmöglichkeiten entstehen. Nur die Zufahrt zur Rettungswache muss jederzeit freigehalten werden. Auch die Spiekeroog-Garagen könnten genutzt werden. In Vorbereitung hat sich der Kreisverband bereits mit den entsprechenden Ansprechpartnern in Verbindung gesetzt, wie Lüpkes berichtete. So sei mit der Deich- und Sielacht die Feldbahn am Deich besprochen worden. Oberdeichrichter Jan Steffens habe bereits signalisiert, dass die Fläche bis zum Beginn der EM gepflegt und entsprechend hergerichtet wird. Die Kosten dafür übernehme die Deichacht. Hier seien ebenfalls bereits ornithologische Gutachten eingeholt worden, ein weiteres soll kommendes Jahr erstellt werden.
Die Siegerehrung soll indes im Hafen von Neuharlingersiel ablaufen. Dafür habe es bereits Gespräche mit dem Hafenzweckverband und dem Kurverein gegeben.
Ort wird an Himmelfahrt ohnehin voll sein
Den Veranstaltern ist bewusst, dass Neuharlingersiel am Himmelfahrtswochenende auch ohne einen solchen Sportwettkampf voller Gäste sein wird. Die Verkehrssituation soll deshalb im Vorfeld gut abgesprochen werden. Laut Lüpkes werde auch bereits über einen Shuttle-Service etwa vom Esenser Schützenplatz zu den Wettkampforten nachgedackt.
Um die ausländischen Verbände bereits auf die EM 2024 einzustimmen, verteilen die Mitglieder des Esenser Verbandes kommende Woche Flyer bei der EM in Schleswig-Holstein. „Es gibt außerdem eine App“, erklärte Folkmar Lüpkes. Darin können die Sportler alle Informationen rund um die EM abrufen. Die App ist unter „Kreisverband Vlll – Esens e.V.“ im Playstore und Appstore zu finden.
„Wir planen jetzt seit drei Jahren, die Euphorie steigt“, sagte Lüpkes zum Ende der Vorstellung. Der Kreisverband erhofft sich durch die Urlauber einen hohen Publikumsverkehr. „Das ist super Werbung für den Sport.“ Es könne gezeigt werden, wie Hochleistungssport im Boßeln und Klootschießen aussieht.
Samtgemeindebürgermeister Harald Hinrichs sagte im Namen der Verwaltung volle Unterstützung zu. Der Kreisverband hatte angefragt, ob er Hilfe bekommt bei verkehrsrechtlichen Regelungen, bei der Sicherung durch die Feuerwehr oder Beschilderung des Bauhofes. „Das werden wir leisten“, sagte Hinrichs.
Bei der Boßel-Europameisterschaft nehmen etwa 600 Sportlerinnen und Sportler teil. „Insgesamt rechnen wir mit 10 000 Personen, die dann über die Tage in Neuahrlingersiel sind“, sagt Erwin Niehuisen. Die weiteren Verbände kommen aus Schleswig-Holstein, Irland, Italien und den Niederlanden.
