Esens - Die Feuerwehrleute in Stadt und Samtgemeinde Esens, aber ebenso im ganzen Landkreis Wittmund trauern um den Esenser Ortsbrandmeister Dietmar Maurach. Der Feuerwehrchef aus der Bärenstadt ist am Dienstag unerwartet gestorben – in Uniform im Feuerwehrhaus an der Bensersieler Straße, kurz nachdem seine Kameraden zu einem Löscheinsatz ausgerückt waren.
Insbesondere durch seine ruhige, besonnene Art auch in der Führungsposition, die er seit 2016 als Nachfolger von Mark Peters bekleidete, hat sich der 61-Jährige hohe Wertschätzung bei den Feuerwehrmitgliedern und darüber hinaus erworben. „Er war wirklich ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele“, bescheinigt Esens’ Gemeindebrandmeister Thomas Peters. So habe der Verstorbene stets dienstbeflissen seine persönlichen Interessen hintenan gestellt, wenn es um Feuerwehrbelange ging.
Schnell in Funktionen
Im Februar 1997 war der aus dem Raum Braunschweig stammende Dietmar Maurach in die Freiwillige Feuerwehr Esens eingetreten, fungierte sogleich für 15 Jahre als Gruppenführer und bis zu seiner Übernahme der Leitungsposition als Zugführer.
So hat der Hauptbrandmeister seither zahlreiche Einsätze geleitet und setzte sich ebenso nachhaltig für die Ausbildung ein. „Junge Mitglieder der Feuerwehren in der Samtgemeinde Esens hat er viele Jahre an Extra-Übungsabenden in der Truppmann-Ausbildung geschult“, hebt Thomas Peters einen der Verdienste des Verstorbenen hervor, der für gewöhnlich bescheiden auftrat.
Ein Jahr, bevor Dietmar Maurach 2017 mit dem Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes dekoriert wurde, hatte er das Deutsche Feuerwehr-Kreuz in Bronze erhalten – eine selten verliehene, hohe Auszeichnung. Der Gemeindebrandmeister: „Dietmar war ein Feuerwehrchef mit Vorbildcharakter.“
„Tod macht fassungslos“
„Rat und Verwaltung der Samtgemeinde Esens sind bestürzt und fassungslos über den plötzlichen und viel zu frühen Tod des Ortsbrandmeisters“, kommentierte am Donnerstag Harald Hinrichs, Samtgemeindebürgermeister und Stadtdirektor in Esens. „Die meisten Kameradinnen und Kameraden haben – wie ich selbst auch – im Laufe des Brandeinsatzes davon erfahren und waren geschockt.“
Dietmar Maurach habe durch sein umfangreiches Wissen und seinen unermüdlichen Einsatz für die Feuerwehr überzeugt. „Die wichtige Aufgabe, die die Feuerwehr für die Allgemeinheit übernimmt, war ihm immer bewusst“, unterstreicht Hinrichs. Der Verstorbene habe sich stets dafür eingesetzt, eine technisch und personell gut aufgestellte Feuerwehr vorzuhalten. „In seiner Amtszeit als Ortsbrandmeister war er maßgeblich an der Neubeschaffung eines Rüstwagens und eines Einsatzleitwagens beteiligt. Ein besonderes Anliegen war ihm außerdem die Gründung einer Jugendfeuerwehr zur Nachwuchsgewinnung.“ Seine Truppmannausbildung mit wertvollen Hinweisen für die Praxis bleibe den Mitgliedern sicher in guter Erinnerung. „Wir alle verneigen uns mit großer Dankbarkeit vor Ortsbrandmeister Dietmar Maurach. Er wird uns sehr fehlen“, erklärt Harald Hinrichs in seiner Funktion als Samtgemeindebürgermeister.
Seit 25 Jahren in Esens
Bis Dietmar Maurach 1997 mit seiner Familie an die Küste kam, um seinem erkrankten Kind gesündere Luft bieten zu können, war er auf dem kommunalen Bauhof in Rüningen, einem Braunschweiger Stadtteil, beschäftigt und trat 1977 in die dortige Feuerwehr ein. Als Neu-Esenser ließ er sich zum Koch umschulen, war in Betrieben in der Samtgemeinde und in Aurich tätig.
Seit zwölf Jahren gehörte er schließlich zur Belegschaft des Esenser Autohauses Johannes Janssen, wo er unter anderem für Leihwagen und die Gebäudepflege tätig war. „Seine Aufgeschlossenheit und herzliche Art kam bei allen gut an“, berichtet Firmenchef Johannes Janssen jun. „Dietmar Maurach war für jeden Spaß zu haben, bewies im Team aber auch gute Führungsqualitäten. Er fehlt uns sehr.“
