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Nach der Gebietsreform im Jahr 1972 Samtgemeinde Esens feiert 50. Geburtstag

Esens - „Wie würde unsere Region ohne die Samtgemeinde Esens aussehen? War die Gründung sinnvoll?“ Mit diesen Fragen richtete sich Samtgemeindebürgermeister Harald Hinrichs an die zahlreichen Geburtstagsgäste, die sich zum 50-jährigen Bestehen am Samstagabend in der Theodor-Thomas-Halle in Esens eingefunden hatten. Die kommunale Gebietsreform in Niedersachsen wurde von 1972 bis 1978 als Kreisreform durchgeführt. Gleichzeitig wurden viele Gemeinden aufgelöst und die Verwaltungsstrukturen geändert.

Bürger waren besorgt

Ziel war es, die planerische, verwaltungstechnische und politische Leistungsfähigkeit einzelner Gemeinden zu stärken. Was eigentlich den Ortschaften und Bewohnern zugutekommen sollte, sorgte vor rund 50 Jahren eher für Widerwillen und viel Unmut, erklärt Harald Hinrichs: „Da ist etwas, das man bei den Reformen leicht übersieht – die Identifikation der Bürger mit ihrem Ort oder Dorf. Man ist Esenser oder Holtgaster und möchte in der großen Masse nicht untergehen oder sich freiwillig an einen neuen Ortsnamen gewöhnen.“ So wurde seinerzeit in der Gemeinde Stedesdorf beispielsweise lange diskutiert, welcher Ort namensstiftend sein soll: Mamburg, Thunum oder doch Stedesdorf? Dieses Problem zog sich durch alle sieben Mitgliedsgemeinden.

Als dann aber sicher war, dass eine Reform kommen wird, wurde den damaligen Politikern „die Pistole auf die Brust gesetzt“, sagt Hinrichs. Entweder man einige sich auf kommunaler Ebene oder das Land Niedersachsen regle die Reform selbst – in dem Fall der Region Esens in Form einer Einheitsgemeinde. „Nein! Bloß keine Einheitsgemeinde“, war der damalige Wunsch der Politiker und Bürger. Und so einigte man sich untereinander. Der Geburtstag der Samtgemeinde Esens kann seit 1972 am 20. Juli gefeiert werden.

Nicht alle Regionen in Niedersachsen konnten sich zeitnah einigen oder entschieden sich freiwillig, zu einer Einheitsgemeinde zu werden, erklärte der Festredner Dr. Jan Arning, Geschäftsführer des Niedersächsischen Städtetags: „Ein Drittel sind im Zuge der Reform zu Einheitsgemeinden geworden.“

Derzeit sehe das Land keine Reformen vor, führt der Festredner weiter aus. Nichtsdestotrotz müsse man im Hinterkopf behalten, dass weitere Zusammenschlüsse in Zukunft sinnvoll seien könnten – das sollen die betroffenen Regionen aber eher freiwillig entscheiden, erklärt Arning: „Es sollte keine Reform von oben geben. Das Land muss die Gemeinden bei einer Reform aber auch finanziell mehr unterstützen, wenn diese auf freiwilliger Basis gewollt ist.“

Gemeinsam gewachsen

Der Zusammenschluss zur Samtgemeinde Esens habe sich besonders bewährt, betont der Geschäftsführer darüber hinaus. Die Region sei zusammengewachsen, wie auch an den verschiedenen Infrastrukturen deutlich werde.

Auch in Zukunft werden auf die Gemeinden große Herausforderungen zukommen, insbesondere finanzielle, die es nur gemeinsam zu bewältigen gilt, erklärte Hinrichs. Aber auch das Land Niedersachsen müsse hier unterstützen, wenn es beispielsweise um den Betrieb der Kitas gehe.

Schlussendlich gab Harald Hinrichs die Antwort auf seine Fragen: „Ja, es ist nur sinnvoll, das es nun unsere Samtgemeinde gibt. Auch wenn der Aufwand höher ist als bei einer Einheitsgemeinde.“

„Die Samtgemeinde wird bestand haben – auf die nächsten 50 Jahre“, schloss sich auch Arning an.

Larissa Siebolds
Larissa Siebolds Redaktion Wittmund
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