Esens - In Ostfriesland zeichnet sich eine Bankenfusion ab: Die Volksbank Esens und die Raiffeisenbank-Volksbank Fresena aus Norden wollen enger zusammenarbeiten. Am Ende könnte ein Zusammenschluss stehen. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, berichtet Jan-Siefke Dirks, Vorstand der Volksbank Esens.
Tourismusgeschäft kennen beide Banken
Für Dirks passen die beiden Banken gut zusammen: Die Geschäftsgebiete grenzen aneinander, beide Banken kennen sich im Tourismusgeschäft aus und sind auch im ländlichen Bereich mit ihren Geschäftsstellen vertreten. „Diese regionale Nähe soll auch weiterhin bei beiden Häusern im Vordergrund stehen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die ortsnahe Versorgung der Mitglieder und Kunden sei beiden Häusern gleichermaßen wichtig. Die Volksbank Esens zählt 55 Mitarbeiter an sechs Standorten. 167 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 17 Geschäftsstellen hat die Raiffeisen-Volksbank Fresena. Beide Banken halten zudem mehrere SB-Filialen vor.
Die Idee zur Fusion sei noch relativ frisch. „Wir haben uns mit den Zukunftsaussichten der Banken beschäftigt“, erklärt Jan-Siefke Dirks am Freitag am Telefon. Zunehmende regulatorische Vorgaben forderten immer mehr Personal, aber der Arbeitskräftemangel mache auch vor Banken nicht Halt. Zusammen seien diese Herausforderungen viel besser zu bewältigen und trügen auch zur Entlastung der Mitarbeiter beider Häuser bei.
Fusion auf Augenhöhe
Es sei klar, dass eine größere Bank mehr Möglichkeiten habe als zwei kleinere. Für den Vorstand der Volksbank Esens wäre eine Fusion ein Zusammenschluss auf Augenhöhe. Die Raiffeisenbank-Volksbank Fresena weise eine Bilanzsumme von rund einer Milliarde Euro aus, die Esenser haben rund 350 Millionen Euro.
Und was bedeutet eine Fusion für die Kunden? Laut Dirks hätte die „auf keinen Fall Nachteile“. Im Gegenteil: Es gebe Vorteile. Es gebe für die Kunden schließlich mehr Anlaufstellen.
Geschäftsstellen bleiben
Beide Banken legten Wert darauf, die Geschäftsstellen zu erhalten. „Die liegen uns am Herzen“, betont der Bank-Vorstand. Wann eine Fusion vollzogen werden könnte, ist unklar. Zunächst sollen die Gespräche über eine engere Zusammenarbeit vertieft werden. Dies wünschen sich auch die Aufsichtsräte beider Banken. „Wir müssen gucken, ob es noch in diesem Jahr eine Entscheidung gibt“, sagt Jan-Siefke Dirks.
