Esens - Für die Volksbank in Esens war auch das vergangene Geschäftsjahr von der Corona-Pandemie geprägt. Nichtsdestotrotz blickt der Vorstand auf ein gutes Jahr zurück. Die Bank konnte sich am Markt behaupten und die Bilanzsumme auf über 310 Millionen Euro steigern, wie auf der Generalversammlung am Mittwoch in der Alten Schmiede in Middels präsentiert wurde.
„Die Pandemie wirkte sich dabei nicht nur auf das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenleben aus, sondern auch auf die Entwicklung der Finanzmärkte und das Wirtschaftswachstum“, erklärt Vorstandsmitglied Jan-Siefke Dirks. Demnach sei das vergangene Jahr für die Bank von einem erheblichen Zuwachs im Kreditgeschäft geprägt worden. „Insgesamt sind wir in diesem Segment um 13,8 Prozent gewachsen. Das bedeutet einen Zuwachs von 20,5 Millionen Euro“, erklärt Dirks.
Viele Kredite im Bausektor
Vor allem der Bausektor habe im vergangenen Geschäftsjahr vermehrt Kredite nachgefragt. In diesem Bereich seien viele Investitionen getätigt und neue Bauprojekte in Angriff genommen worden.
„Auch im Einlagengeschäft sind wir stark gewachsen. Die Kundeneinlagen wuchsen um 14,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Dies bedeutet ein Wachstum von 6,5 Prozent“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Durch das Wachstum im Kredit- und Einlagengeschäft konnte die Bilanzsumme um 24,7 Millionen Euro gesteigert werden. Auch die Ertragslage sei für das Wirtschaftsjahr 2021 zufriedenstellend. Der Jahresüberschuss beträgt 1,018 Millionen Euro.
Mit kritischem Blick betrachte man in diesem Geschäftsjahr den Krieg in der Ukraine. Die Auswirkungen hierzulande seien besonders im Bausektor spürbar, sagt Dirks: „Die Energiekosten steigen, und die Baustoffe sind knapp und teuer. Die Kunden tätigen keine großen Investitionen mehr“.
Die Zinsen für Kredite steigen. Viele geplante Bauvorhaben werden daher abgesagt: „Die Rate, die zurückgezahlt werden muss, ist vielen zu hoch“, erklärt das Vorstandsmitglied. Die Lage des Immobilienmarkts sei nach wie vor angespannt. Aufgrund der steigenden Baukosten entscheiden sich viele Kunden für den Kauf eines Neubaus.
„Wenn Kunden in etwas investieren, dann sind es Immobilien“, stellt der Vorstandsvorsitzende Dirks fest.
Kunden investieren kleine Summen
„Für Urlaub wird weiterhin Geld ausgegebenen“, fügt er hinzu. Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen begünstigen diese Entwicklung, sagt Vorstandsmitglied Helmut Hicken: „Inlandsreisen sind weiterhin beliebt. Die Region profitiert von dem Tourismus an der Küste. Das Geld fließt wieder.“ Davon profitierten besonders die Gastronomie und der Handel, stellt Hicken fest.
