Esens - Laute Sirenen nahmen am Donnerstagabend viele Esenser wahr. Was war passiert? Etwas ernstes? Nein, versichert Ortsbrandmeister Thorsten Hübner auf Nachfrage. „Es haben zwei Strohballen in Moorweg gebrannt“, erklärt er. Das Feuer sei schnell von den Feuerwehren Esens und Holtgast gelöscht worden, von einer Brandstiftung gehe keiner aus. Dass eine Fremdeinwirkung unwahrscheinlich ist, liegt daran, dass sich Strohballen selbst entzünden können. Das passiert, wenn der Wassergehalt in dem gelagerten Heu zu hoch ist. An dem Prozess beteiligt sind Bakterien Pilze, Luft, Wärme, Energie und eben Wasser. Hier der ganze Prozess (vereinfacht erklärt): Wird frisches Heu geerntet, weist es oft eine Restfeuchte auf. Wenn diese mit der im Heustock vorhandenen Luft zu einer Luftfeuchtigkeit von 85 Prozent oder mehr führt, können Pilze und Bakterien aktiviert werden.
Bei noch höheren Feuchtegehalten ist zudem Atmung von noch lebenden Graszellen möglich. Die gebildete Atmungswärme gilt als einer der ersten Beiträge für eine Erwärmung des Heus. Wenn dieser Prozess unter Luftabschluss stattfindet, entstehen Gase und Dämpfe von Gärungsalkoholen. Da sich manche Gase auch bei einer Temperatur unter 100 Grad entzünden, legen bestimmte Voraussetzungen den Grundstein, damit sich das gelagerte Heu in bereits trockenen Bereichen selbst entzündet.
Auf der Internetseite brand-feuer.de erklärt der Landesfeuerwehrverband Niedersachsen die Phasen der Selbstentzündung und wie vorbeugender Brandschutz betrieben werden kann.
