Etzel - Ihren 100. Geburtstag begeht heute Gesine Raddatz geb. Christians aus Etzel. In Hoheesche geboren und später über Wiesede nach Etzel verzogen, war sie fast die ganzen 100 Jahre hier beheimatet. Erst eine Erkrankung zwang sie Ende 2020 zum Umzug nach Friedeburg ins Altenheim an der Buschkämpe.
Die Etzeler Schule war es auch, die sie vor ihrer Ausbildung besuchte. Allerdings sagte man damals, in den 1930er- Jahren noch nicht Ausbildung oder auch Lehre: Die jungen Mädchen gingen seinerzeit in Stellung. So kam sie als junges Mädchen zum Kaufmann Harms in Heidmühle in Stellung. Die Arbeiten, die damals zu verrichten waren, bestanden aus Hilfe im Ladengeschäft, im Haushalt und wie selbstverständlich auch in der Landwirtschaft.
„Das war damals eine Zeit, die mit heute nicht mehr zu vergleichen ist“, berichten Berna und Günther Raddatz aus den Erzählungen ihrer Mutter, bei denen die Jubilarin bis zu ihrer Erkrankung am Gierhörner Weg in Etzel wohnte. Das Haus baute sie nach Umzügen in Etzel zusammen mit Karl Raddatz, ihrem Ehemann, den sie 1942 geheiratet hatte und der 1982 viel zu früh verstarb.
Für Gesine Raddatz war allerdings die gesamte Zeit danach eine ausgefüllte Lebensphase: Große Gartenflächen, die hauptsächlich als Nutzgarten verwendet wurden, waren nicht das alleinige Hobby. „Viel Zeit verbrachte sie mit den Landfrauen, bei Knobelrunden mit anderen Witwen oder auch im Kreise der Familie“, erzählt Berna Raddatz aus vergangenen erfüllten Erlebnissen mit ihrer Schwiegermutter.
Sie gehört auch heute noch zu der Generation, die nicht still sitzen will, kann den Worten von Sohn Günther Raddatz entnommen werden. Zahlreiche handgefertigte Decken und andere gehäkelte oder auch gestrickte Gegenstände im Hause Raddatz zeigen den Unruhestand, der die heute 100-jährige Etzelerin immer wieder in Bewegung hielt.
Die Jubilarin plant ihren Geburtstag im Kreis ihrer Familie. Sofern es die Pandemiebestimmungen zulassen, werden dabei die gesamte Familienmitglieder von ihren zwei Söhnen, mit fünf Enkeln sowie acht Urenkeln zu den Gratulanten gehören.
