Eversmeer - „Man kann nur schützen, was man kennt“, erklärte am Samstag Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies während eines Besuchs auf Einladung des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Samtgemeinderat Holtriem, Hinrich Möhlmann, auf dem Naturlehrpfad Bohlenweg am Ewigen Meer. Deshalb könne eigentlich nur ein Bildungspaket helfen, den seit November 2018 gesperrten Bohlenrundwanderweg zu sanieren beziehungsweise zu erneuern.

Der Bohlenweg wurde 1982 geplant und 1983/1984 gebaut. Etwa alle zwölf Jahre wurden marode Bohlen ausgetauscht. Dafür zuständig ist das Land Niedersachsen beziehungsweise die Staatliche Moorverwaltung, erläuterte Hinrich Möhlmann im Beisein von Karin Emken (Esens), dem SPD-Ortsvereins-Vorsitzenden und stellvertretendem Landrat Werner Ihnken, Holtriems Samtgemeindebürgermeister Jochen Ahrends und den stellvertretenden Bürgermeistern Johannes Osterkamp und Edgar Meyer (Eversmeer).

Nachdem Möhlmann, Ahrends und Landrat Holger Heymann im Mai in Hannover mit Olaf Lies gesprochen hatten, erhielten sie einen Brief von der zuständigen Ministerin Barbara Otte-Kinast. Darin habe sie erklärt, im Augenblick zwar kein Geld für einen bereits geplanten neuen Bohlenweg auf Ständerwerk zu haben. Sie wolle sich aber kümmern, damit dafür im Nachtragshaushalt der neuen Förderperiode ab 2023 drei Millionen Euro – das entspreche einer Förderquote von 55 Prozent – zur Verfügung gestellt würden.

„Das ist uns zu vage und eine Co-Finanzierung von zwei oder gar 2,5 Millionen Euro könnten sich Eversmeer oder Holtriem nicht leisten“, sagte Jochen Ahrends. Deshalb habe Hinrich Möhlmann Olaf Lies zu einer Ortsbesichtigung eingeladen. Eversmeer und Holtriem seien in Vorleistung gegangen, als man ihnen versichert habe, der Bohlenweg würde saniert und wiedereröffnet. „Wir haben die sanitären Anlagen erweitert und auch ein Teil eines Nachbargrundstücks erworben, um die Parkplatz zu vergrößern“, sagte Jochen Ahrends.

Der 1,8 Kilometer lange Rundwanderweg sei als Naturlehrpfad konzipiert. „Angesichts des Klimawandels und der Bedeutung eines der größten deutschen Hochmoore als natürlicher CO2-Speicher gewinne dieser Naturlehrpfad immer mehr an Bedeutung“, betonte Möhlmann, doch zurzeit seien nur noch 450 Meter begehbar. Lies geht davon aus, dass die von Otte-Kinast über den Nachtragshaushalt anvisierten drei Millionen Euro ein erster Schritt in die richtige Richtung sei.

Um den Bohlenweg jedoch realisieren zu können, brauche es mehr: einen weiteren Fördertopf. „Das könnte ein Bildungspaket sein, mit verschiedenen Zielgruppen“, sagte Lies.