Isums/Wittmund - Man könne nur von einem erfolgreichen Markteintritt sprechen, findet Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen bei der Pressekonferenz auf dem Campingplatz Friesensee. Nach dem Startschuss am 17. Mai ist auf dem 26 Hektar großen Gelände noch einmal viel passiert. Doch die Verantwortlichen, Lisa und Jürgen Frechen, Christian Janssen und Frederik Kuipers, zeigten sich zufrieden mit der ersten Saison in Isums. „Die erste Reihe am See ist so gut wie immer ausgebucht und wir haben sogar schon Buchungsanfragen für Silvester 2024/2025. Auch die Buchungen für das nächste Jahr sind bereits gut angelaufen“, erklärt Kuipers.
Erfolg in sozialen Medien
Einen großen Aufschwung habe da insbesondere das Marketing über die sozialen Netzwerke wie Instagram gebracht. „Wir hatten ein Reel, das hatte 3,1 Millionen Aufrufe und hat unsere Followerzahl von knapp über 1000 auf mehr als 18.000 gebracht hat“, berichtet Kuipers. Mit dem Anstieg der Follower sei dann auch ein Anstieg in den Buchungen gekommen. Sei man vorher bei einer etwa 40-prozentigen Auslastung, sei man nach dem Instagram-Erfolg bei etwa 90 Prozent gewesen. Und das merken auch Touristiker und die Verwaltung der Stadt Wittmund.
„Im Freibad waren jeden Tag, trotz schlechten Wetters, ungefähr 20 bis 30 Gäste vom Friesensee. Die bekommen bei uns einen gesonderten Tarif und nutzen vor allem das Frühschwimmen“, berichtete Meino Schrage von der Stadt Wittmund. Auch mit Carolinensiel-Harlesiel gebe es mittlerweile Synergien, die beiden Standorten zugutekommen. „Wir können von der unternehmerischen Seite lernen und sie können von unseren touristischen Expertise lernen“, sagt Kurdirektor Kai Koch. Außerdem gebe es für Dauercamper aus Carolinensiel und Harlesiel die Möglichkeit, im Winter an den Friesensee zu wechseln. „Das nehmen auch schon zehn Dauercamper wahr“, berichtet Kuipers. Ein Konkurrenzgedanken zwischen den Verantwortlichen des Friesensees und den Touristikern an der Küste gebe es demnach nicht. „Die haben eine Nische für sich gefunden, die wir gar nicht bedienen können“, sagt Koch.
Potenzielle Kunden für die Innenstadt
In der Stadt Wittmund merke man eine höhere Frequenz an Besuchern. „Das Ziel sind bei Fertigstellung bis zu 500 Stellplätze. Das sind auch potenzielle Kunden, die dann in die Innenstadt kommen“, sagt Rolf Claußen auch im Hinblick auf die „Wittmund upklütern“-Initiative.
In den kommenden Monaten heißt es nun, das Feedback der Gäste umsetzen und das Angebot erweitern. Denn bis Ostern sollen die 120 vorhandene Stellplätze noch einmal verdoppelt werden. „Außerdem bekommen wir oft Anfragen für Stellplätze für sehr große Wohnmobile, da prüfen wir gerade, was man machen kann“, sagt Kuipers, den Platz dafür gebe es. Des Weiteren haben sich viele Gäste mehr Zugänge zum See gewünscht, auch das würde man in den nächsten Monaten angehen.
Kritik gab es von den Gästen hin und wieder über ein fehlendes gastronomisches Angebot in der Stadt Wittmund. Positiv sei jedoch hervorgehoben worden, dass der Friesensee auf Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen setzt. „Das ist auch gerade bei jungen Leuten ein wichtiger Faktor“, sagt Investor Jürgen Frechen.
